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Krefelds Partnerstadt: Charlotte im Ausnahmezustand

Krefelds Partnerstadt : Charlotte im Ausnahmezustand

Wie die gesamten USA ist auch Krefelds Partnerstadt Charlotte in North Carolina schwer von der Corona-Epidemie getroffen.

In dem Bundesstaat mit 10,5 Millionen Einwohnern werden schon rund 15.000 Infizierte gezählt, die Zahl der Todesfälle war bis zum 11. Mai auf fast 550 gestiegen. Das County Mecklenburg, in dem Charlotte liegt, ist mit rund 2100 Fällen und 63 Toten (Stand 11. Mai) am stärksten betroffen.

Alle offiziellen Stellen werden deshalb nicht müde, auf die Hygienevorschriften und Abstandsregeln hinzuweisen.

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Dieser Appell bildet auch den Kern einer Videobotschaft, mit der sich die Bürgermeisterin von Charlotte, Vi Lyles, an die Bevölkerung wendet: „Wir versuchen mit der Entwicklung Schritt zu halten. Wie auch immer dieses Virus uns angreift, wir verteidigen uns. Aber Sie müssen uns dabei helfen, indem Sie die Richtlinien zur sozialen Distanzierung befolgen“.

Obwohl die Entwicklung der Infektionszahlen in den USA deutlich dramatischer ist als in Deutschland, ist vorige Woche die sogenannte „Phase 1“ der Lockerungen in Kraft getreten. In Charlotte durften weitere Geschäfte öffnen, allerdings nur unter strikten Beschränkungen.

Die Stadt selbst hält ihre Dienstleistungen und vor allem die kritische Infrastruktur vollständig aufrecht.

Die Polizei geht derweil strikt gegen Ansammlungen ab zehn Personen und gegen Wucher vor – überzogene Preise für Waren und Dienstleistungen im Zuge einer nationalen Notlage sind gesetzlich verboten. Unbezahlte Wasser- und Stromrechnungen werden in Zeiten von Corona gestundet.

Zahlreiche Angebote gibt es auch für die sozial Schwachen. Auf interaktiven Karten sind Lebensmittelausgaben im ganzen Stadtgebiet markiert, an denen vor allem Familien und Senioren im Notfall Essen erhalten können. Zahlreiche Kirchen und Hilfsorganisationen beteiligen sich an diesen sozialen Hilfsprojekten, auch die eigentlich geschlossenen Schulen geben bei Bedarf weiterhin Essen an Kinder aus.

Private Unternehmen wie Restaurants und Markthallen bieten Unterstützung für Familien, indem sie ein kostenloses Lunchpaket für Kinder anbieten oder gratis Babynahrung ausgeben.

Das gemeinnützige Krankenhaus-Netzwerk Atrium schickt ein mobiles Diagnosezentrum für Corona-Tests bevorzugt in die sozial benachteiligten Gegenden von Charlotte.

Radikaler Protest gegen die Corona-Beschränkungen bleibt aktuell die absolute Ausnahme: In Charlottes Innenstadt gab es bisher eine einzige Demonstration unter dem Motto „Re-Open NC“ (Macht North Carolina wieder auf!), es überwiegt das Verständnis für die Maßnahmen. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen setzt sich allerdings nur zögerlich durch.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Epidemie sind auch in Charlotte gravierend. So war das Stabilisierungs- und Kreditprogramm der Region Mecklenburg „aufgrund der überwältigenden Nachfrage“ bereits Mitte April ausgeschöpft.

Innerhalb der Bevölkerung gibt es Solidaritätsaktionen, die vor allem den Schwächeren helfen sollen. Die Menschen sind dazu aufgerufen, für ältere Nachbarn die Einkäufe zu erledigen oder den Hund auszuführen.