1. Die Stadt

Beuys-Ausstellung im Museum Burg Linn

Neue Beuys-Ausstellung in Krefeld : „Das sehen Sie nur bei uns“

Im Jagdschloss des Museums Burg Linn wird eine spritzige Sammlung von Erinnerungsstücken an Joseph Beuys ausgestellt. Sie eröffnet überraschende Aspekte.

„Dies sehen Sie nur bei uns“, unterstreicht Co-Kurator Dirk Senger die außergewöhnliche Themensetzung der neusten Beuys-Ausstellung in Krefeld. Denn der Historiker hat Quellen ausfindig gemacht, die es sonst nirgendwo zu sehen und zu lesen gibt.

Dafür hat er sich mit den Erben des vergessenen Krefelder Schrifttellers Adam Lynen in Portugal in Verbindung gesetzt und den Nachlass des engen Beuys-Freundes einsehen können. „Ihre Freundschaft währte bis in die 70er Jahre“, rekonstruierte Senger aus den Unterlagen. Lynen bewohnte eine selbst gebaute Blockhütte an den Niepkuhlen, in der Joseph Beuys ihn oft besuchte. Zusammen diskutierten die Freunde künstlerische Visionen.

  • Coronazahlen vom 30. April : RKI: Die Krefelder Werte am Freitag
  • Coronazahlen vom 29. April : Krefeld: Inzidenz sinkt weiter
  • Corona-Übersicht am Freitag : Aktuell 687 Krefelder infiziert

Dieser wenig beachtete Aspekt um den Jahrhundertkünstler Joseph Beuys bildet nur einen Teil der Ausstellung im Jagdschloss des Museums Burg Linn. „Wir beschäftigen uns auch mit der Bedeutung Krefelds für Beuys und seiner Beziehung zum Niederrhein“, erklärt Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser, die die Ausstellung kuratiert. So geht es u.a. um die niederrheinische Landschaft im Werk von Beuys, aber auch sein politisches Engagement in der Anti-Kernkraft-Bewegung.

Stolz hält Dr. Morscheiser eine alte Vinyl-Platte aus den 80er Jahren hoch, die den Song „Sonne statt Reagen“ beinhaltet. Den Song hatte seinerzeit Beuys mit Band aufgenommen. Der Titel ist eine Anspielung auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagen, der die Atombewaffnung modernisierte und dessen Namen im Hinblick auf die Forderung nach „grüner“ Naturverbundenheit verballhornt wird.

Eröffnet wird die neue Ausstellung am 12. Mai, dem 100. Geburtstag des 1985 verstorbenen Joseph Beuys. Leider - wegen Corona - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür hat die Künstlergruppe A-Gang eine Rahmenaktion organisiert, in der sie 14 Schlitten gestaltet hat. In Anlehnung an Beuys´ berühmte Installation „Das Rudel“, bei der 40 Schlitten von einem VW-Bus angeführt werden. „Wir drehen wir ein Video und stellen es ins Internet “, ermuntert Morscheiser das Publikum, sich den Film auf der  Webside des Museums Burg Linn anzuschauen.

Die Ausstellung selbst läuft bis 14. November. Sobald die Museen wieder öffnen dürfen, kann sich das Publikum die spritzige Beuys-Sammlung anschauen. „Wir wollen Menschen, die Beuys noch nicht gut kennen,neugierig machen, sich näher mit ihm zu beschäftigen“, begründet Dirk Senger die kleine, aber sehr feine Schau über den weltberühmten Krefelder.