1. Die Stadt

Ausstellung mit Original Soldaten-Fotos zum Kriegsende in Krefeld

Original-Bilder aus Krefeld 1945 : Das Kriegsende vor 75 Jahren

Am 3. März vor genau 75 Jahren endete in Krefeld der Zweite Weltkrieg. Ein Arbeitskreis hat dazu eine authentische Ausstellung mit verblüffenden Original-Soldatenfotos recherchiert.

„Ich bin erfreut, dass du ein Foto von meinem Vater verwendet hast“, schreibt die Amerikanerin Brenda Roach in Englisch aus den USA an Markus Scholten.

Der Krefelder Hobbyhistoriker ist Mitglied einer Internetgruppe von Angehörigen der ehemaligen 102. US-Infanterie, die Anfang März 1945 in die Seidenstadt einmarschierte.  Darin hatte er die Angehörigen aufgerufen, für eine Krefelder Ausstellung historische Fotos und Tagebücher zur Verfügung zu stellen. Und nun hält der rührige Sammler ein Foto in Händen, das den Vater seiner Korrespondenzpartnerin als jungen Soldaten in der Trümmerlandschaft Krefelds zeigt.

Es sind diese Bilder, die die Ausstellung über das Kriegsende so authentisch werden lassen. Rund 20 Fotos und gut 10 Briefe der hier stationierten US-Soldaten wurden Scholten zugeschickt.

„Die Bilder zeigen den persönlichen Blick der Soldaten“, unterstreicht Sandra Franz, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer und Teilnehmerin des Arbeitskreises „Kriegsende in Krefeld 1945“ zu dem auch Scholten gehört.

Aber nicht nur der Blick der Amerikaner wird in der Ausstellung hervorgehoben. Der Arbeitskreis hatte Krefelder Augenzeugen gebeten, in Interviews ihre Erlebnisse zu schildern. Franz: „Rund 70 Bürger haben sich gemeldet, mit solcher Resonanz hatten wir gar nicht gerechnet.“ Noch sind gar nicht alle Interviews geführt. Aber die bisherigen Gespräche zeigen das Spannungsfeld, in dem die Krefelder zu Kriegsende lebten:

„Vielen traten die amerikanischen Soldaten freundlich entgegen, aber es gab auch Übergriffe“, gibt Sandra Franz ein differenziertes Bild des damaligen Lebens. So war es unter den Frauen ausgemacht, nur ja nicht allein auf die Straße zu gehen.

„Viele der Zeitzeugen waren froh, einmal über ihre Erlebnisse reden zu können“, gibt Fabian Schmitz seine Eindrücke wieder. Der Student arbeitet als Praktikant in der Villa Merländer und hat einige der Interviews geführt.

In der Mediothek am Theaterplatz wird die Ausstellung eingerichtet. Frei zugänglich für alle Interessierten.

Eröffnung ist am Dienstag, 3. März, um 15.30 Uhr. Oberbürgermeister Frank Meyer leitet in die Schau ein. Anschließend spricht der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Olaf Richter, über den Bestand an Quellen der Stadt Krefeld. Acht junge Leute, allesamt ehemalige Praktikanten der Villa Merländer, lesen Auszüge aus den Zeitzeugenberichten. Sie dienen auch als Grundlage einer geplanten Buchveröffentlichung. Die Ausstellung wird bis Ende März zu sehen sein.

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Markus Scholten hat noch für einen Bonus gesorgt. Er ist Besitzer eines Original Jeeps der US-Armee und hat weitere Besitzer eingeladen, am 3. März mit ihren Oldtimern zum Rathaus zu kommen. Um 15 Uhr werden sie dort sein und anschließend im Konvoi zur Mediothek fahren. Interessierte Passanten dürfen die Militärfahrzeuge auf dem Theaterplatz dann unter die Lupe nehmen.