: Ausbildung schafft auch Sicherheit

: Ausbildung schafft auch Sicherheit

Die Stadt Krefeld setzt Bildungskoordinatoren ein, um Ausländer gezielter zu beraten.

„Auch deutschen Bürgern sind viele Möglichkeiten unseres Bildungssystems nicht geläufig“, merkt der städtische Beigeordnete Markus Schön an. Umso weniger Ausländern, die aus fremden Kulturkreisen nach Krefeld gekommen sind.

Deshalb fungieren Sabine Oymanns und Eva Ziegler als sogenannte Bildungskoordinatoren. „Sie verschaffen Flüchtlingen eine Übersicht über unser Bildungssystem von der Kita bis zur Volkshochschule“, erklärt Krefelds Integrationsbeauftragte Dr. Tagrid Yousef.

Den Kontakt finden sie über ehrenamtliche Helfer, die verschiedenen Integrationsvereine und über die Schulen und Kindergärten. Wobei die Probleme der Betroffenen sehr unterschiedlich sind.

„Manche Flüchtlinge haben in ihren Heimatländern Berufserfahrung gesammelt, verfügen aber über keine Abschlüsse, die hier anerkannt sind“, erklärt Sabine Oymanns, die sich um die erwachsenen Migranten kümmert und vor allem das Ziel verfolgt, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Vielfach sind also Nachqualifizierungen erforderlich.

Eva Ziegler kümmert sich um Kinder und Jugendliche. Ein ausländischer Gymnasiast hat einen Durchhänger. Ziegler empfiehlt den Übergang auf eine Gesamtschule. Das wollen aber die Eltern nicht, weil sie ihrem Kind nicht das Abitur verbauen wollen. „Da erkläre ich ihnen, dass der Schüler auch auf der Gesamtschule Abitur machen kann und es dazu noch weitere Möglichkeiten gibt.“

„Oftmals ist auch unsere duale Ausbildung nicht bekannt“, ergänzt Markus Schön. In der Herkunftsländern wird entweder studiert oder praktisch gearbeitet. Dass bei uns beides zusammen gehört, ist ein deutsches Spezifikum.

Seit 2017 sind die Bildungskoordinatoren im Einsatz. Sie arbeiten im Auftrag des Bundesbildungsministeriums und sind in der Dienststelle der Integrationsbeauftragten angesiedelt. „Jetzt hat das Ministerium den Auftrag um zwei Jahre verlängert“, freut sich Dezernent Schön.

Denn er sieht nicht nur den Bildungseffekt. „Die Ausbildungen für geduldete Migranten schaffen auch Sicherheit.“ Wer keiner Beschäftigung nachgeht, ist anfälliger für kriminelle Aktivitäten als Menschen, die an einem klaren Ziel arbeiten oder bereits in Arbeit sind.

Ein eingeschlagener Bildungsweg ist übrigens kein Freifahrschein für eine Asylanerkennung. Manche in Ausbildung befindliche Migranten werden in ihre Heimatländer zurückkehren. „Dann haben sie aber zu Hause eine Perspektive“, sagt Dr. Yousef, „das ist dann aktive Entwicklungshilfe.“

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