Startschuss der Kampagne „Respekt in Krefeld“ : Aufstehen für mehr Respekt

Startschuss der Kampagne „Respekt in Krefeld“ : Aufstehen für mehr Respekt

Insgesamt 19 Krefelder Institutionen starteten in dieser Woche ihre gemeinsame Respekt-Kampagne. Das Ziel: ein respektvoller Umgang im gesellschaftlichen Miteinander. Schirmherr der außergewöhnlichen Initiative ist Oberbürgermeister Frank Meyer.

Polizisten, die bespuckt und attackiert werden. Krankenschwestern, die bedroht und bepöbelt werden. Zootiere, die willkürlich falsch gefüttert, mit Steinen beworfen oder sogar getötet werden. Respektlosigkeit gegenüber Mitmenschen und Tieren ist sicherlich nicht die Regel, doch die Zahl der Fälle nimmt zu. Darin sind sich die Beteiligten der neu ins Leben gerufenen Kampagne „Respekt in Krefeld“ einig.

„Wenn die Axt an die Wurzeln unserer Gesellschaft angelegt wird, müssen wir uns wehren“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer, der als Schirmherr der Initiative die 19 teilnehmenden Institutionen aus Krefeld zum „Kick off“ in der Zooscheune begrüßte und ergänzte: „Ganz offensichtlich brennt das Thema vielen unter den Nägeln“, so Meyer.

Die Idee zur der „Respekt für Krefeld“-Kampagne entstand während eines Netzwerktreffens der Pressesprecher unterschiedlichster Institutionen. Obwohl ihre Arbeitsbereiche in Krefeld teilweise sehr verschieden sind, haben sie alle eine ähnliche Wahrnehmung: „Wir mussten in den vergangenen zwei Jahren feststellen, dass ein rücksichtsvoller Umgang miteinander nicht mehr selbstverständlich ist“, beklagt Frank Rusch, kaufmännischer Leiter des Krefelder Zoos und Gastgeber der Auftaktveranstaltung. Er erlebt in seinem Alltag beispielsweise, dass Schmetterlinge mutwillig zerdrückt werden. „Wir möchten Mut machen, bei solchen Taten einzuschreiten.“ Das Zoo-Personal äußerte übrigens jüngst den Wunsch, dass ein Wachdienst engagiert wird. Grund ist das aggressiver gewordene Verhalten einiger Besucher.

Polizeipräsident Rainer Furth räumt ein, dass die Entwicklung hin zu einer steigender Respektlosigkeit der Polizei schon länger bekannt ist. Er fordert dazu auf, „nicht darüber zu jammern, sondern aufzuzeigen, was Respekt verdient“.

„Natürlich sind wir nicht so naiv zu glauben, dass wir mit der Kampagne Krawallmacher überzeugen“, sagt Oberbürgermeister Meyer. „Doch wir müssen zeigen, dass wir viele sind.“ Außerdem sollen diejenigen, die von Respektlosigkeit betroffen sind, sehen, „dass sie nicht alleine sind“.

Die Kampagne „Respekt für Krefeld“ möchte ein Jahr lang mit verschiedenen Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam machen. Alle Krefelder sind dazu aufgerufen, sich über die Sozialen Netzwerke unter dem Hashtag #respektinkrefeld zu äußern, was für sie Respekt im Alltag bedeutet.

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