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Krefeld: Auf City-Streife mit dem KOD: „Maske“ ist Thema Nummer 1

Krefeld : Auf City-Streife mit dem KOD: „Maske“ ist Thema Nummer 1

Dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) der Stadt kommen in Zeiten der Corona-Schutzverordnung weitere Kontrollaufgaben zu. Der Extra-Tipp begleitete in dieser Woche zwei KOD-Mitarbeiter auf ihrer Streife durch die Krefelder Innenstadt.

Ansgar W. öffnet die rechte Brusttasche seiner Jacke, schaut kurz rein und versichert sich, dass das derzeit wichtigste Hilfsmittel am rechten Platz ist: die ausgedruckte Form der Coronaschutz-Verordung. „Es ändert sich in diesen Tagen so schnell so viel, da ist es besser, wenn man sie dabei hat und im Zweifelsfall immer noch einmal nachschauen kann“, sagt der Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, kurz KOD, augenzwinkernd. Dann kann es losgehen - auf City-Streife. Der Extra-Tipp darf Ansgar W. und seinen Kollegen Christof F. begleiten.

Vom Theaterplatz aus geht es Richtung Hochstraße. Auf dem Weg dahin ermahnen die beiden „blauen Sheriffs“ einen ihnen bekannten Obdachlosen, der kurz eingenickt ist. „Er darf hier für kurze Zeit sitzen und verweilen, aber nicht schlafen“, sagt Christof F.. Der Mann ist einsichtig, entschuldigt sich und wünscht noch einen schönen Tag. Die KOD-Mitarbeiter agieren mit viel Fingerspitzengefühl, zeigen Verständnis. „Er macht ja keinen Ärger.“

Wenige Meter weiter. Aus dem Schwanenmarkt kommt ein älterer Herr, der entgegen der derzeit geltenden Vorschriften keinen Mund-Nasenschutz trägt. Ansgar W. macht ihn freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam. Dies scheint den Mann jedoch nicht wirklich zu interessieren. Er läuft weiter, murmelt etwas vor sich hin und zieht von dannen.

Die Fußgängerzone ist wenig frequentiert an diesem Vormittag. Es regnet immer wieder, der Wind ist frisch. Vielleicht liegt es daran. „In den ersten Tagen der Öffnung war jede Menge los“, berichtet Christof F., ehe er eine Radfahrerin anspricht. Diese scheint zu wissen, dass sie mit ihrem Drahtesel nicht durch die Fußgängerzone radeln darf, sagt sie doch zugleich: „Aber es ist doch nichts los.“ Dies spielt jedoch keine Rolle. Sie muss absteigen und schieben.

Plötzlich taucht ein Mann um die 40 auf, spricht die beiden KOD-Mitarbeiter an. „Muss ich hier draußen eigentlich auch eine Maske tragen?“, will er wissen. „Oder nur in den Geschäften?“ Die Antwort ist klar. Im Freien, so er sich denn nicht auf einem Wochenmarkt oder im Bereich einer Haltestelle befindet, muss er keinen Schutz tragen. „Dennoch wissen viele Menschen in diesen Zeiten nicht, was richtig und falsch ist“, sagt Ansgar W..

Dies ist auch im Schwanenmarkt zu beobachten, wo während unseres Rundgangs einige Passanten und vermehrt auch Verkäuferinnen auf den Mund-Nasenschutz verzichten. „Ich ziehe die direkt auf, wenn Kunden das Geschäft betreten“, sagt eine jüngere Dame, die in einem Bekleidungsgeschäft hinter dem Kassenbereich steht und vom Blitz-Besuch des KOD sichtlich überrascht ist. „Ich kann das Ding nicht acht Stunden lang tragen“, sagt sie nach der Belehrung leicht trotzig. Ansgar W. hat dafür sogar Verständnis, weist dennoch mit Nachdruck auf die Coronaschutz-Verordnung hin.

Nur wenige Geschäfte weiter stehen gleich drei Verkäuferinnen im Eingangsbereich und plaudern in geselliger Runde. Die Masken haben sie um den Hals hängen. Klar, dass dies eine Ansprache zur Folge hat. „Wir arbeiten den ganzen Tag miteinander, wo ist der Sinn?“, fragt eine der Damen, ehe sie hastig nachlegt: „Wenn, dann haben wir uns ohenhin schon gegenseitig angesteckt.“ Bei solchen Begründungsversuchen können die KOD-
Mitarbeiter nur mit dem Kopf schütteln.

Das KOD-Duo müsste während des Dienstes übrigens selbst keine „Maske“ tragen. „Aber wir wollen der Vorbildfunktion gerecht werden und ziehen sie deshalb auf“; sagen Christof F. und Ansgar W. unisono.

Nach gut anderthalb Stunden, in denen wir die „blauen Sheriffs“ begleiten durften, steht eines fest: Der Mund-Nasenschutz ist derzeit das Thema Nummer 1 - und es gibt noch viel Aufklärungsbedarf.