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Altamerikanistin untersucht 1000 Jahre alte Textilien aus Peru

Forschung im Textilmuseum : Schätze aus dem alten Peru

Eine Expertin für das alte Amerika stöbert im Archiv des Textilmuseums nach exotischen Stücken.

Noch manch unentdeckter Schatz lagert im Deutschen Textilmuseum in Linn.

So auch rund 800 Textilteile aus dem alten Peru und angrenzenden Regionen Lateinamerikas. Die farbenprächtigen Stücke sind teils 1000 Jahre alt und vertragen kaum das Licht der Sonne.

Gewebt wurden sie von den indigenen Völkern, lange bevor Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte.

Katalin Nagy ist seit Wochen damit beschäftigt, diese wertvollen Stücke zu sichten und zu katalogisieren. Damit schafft die Berlinerin die Grundlage für eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Schätze.

Überdies plant Museumsdirektorin Dr. Annette Schieck eine Ausstellung im nächsten Jahr.

Katalin Nagy ist für ihre Aufgabe prädestiniert. Die gebürtige Ungarin ist Textilingenieurin und hat sich durch ein Studium der Altamerikanistik auf die Textilproduktion im alten Lateinamerika spezialisiert. In Peru nahm sie schon an Ausgrabungen teil.

Finanziert wird ihre Arbeit durch die Kulturstiftung der Krefelder Sparkasse. Sie hat 250.000 Euro zur Verfügung gestellt, damit das Textilmuseum über fünf Jahre hinweg exotische Bestände aus seinem Magazin aufarbeiten lassen kann. Die Bestände aus Peru sind Thema des dritten Abschnitts.

Und so stößt nun Katalin Nagy auf immer mehr Überraschungen.

Da gibt es beispielsweise einen bestickten Ausschnitt aus einem Poncho. Dass lediglich ein Ausschnitt vorhanden ist, liegt am Interesse der ursprünglichen Finder bzw. Käufer, die nur auf das farbige, mit Tierdarstellungen verzierte Teil erpicht waren.

Die ersten Teile der Sammlung kamen 1880 nach Krefeld. In den 50er Jahren nahm sich die damalige Museumsdirektorin Dr. Renate Jaques eigens Urlaub, um in Peru nach weiteren Stücken zu suchen.

Auf diese Weise kam eine große Bandbreite unterschiedlicher Textilproben zustande. Offenbar war diese Bandbreite Ziel der Sammlung.