„5 vor 12“ beim Werbering St. Tönis

„5 vor 12“ beim Werbering St. Tönis

Seit mehr als einem Jahr suchen die amtierenden Vorstände des Werberings St. Tönis händeringend Nachfolger. Zudem ist das Amt des Schriftführers schon bereits seit zwei Jahren unbesetzt.

Rund 30 Werberingmitglieder folgten diese Woche der Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung. Stefan Robben sprach im Namen aller drei Vorstände: "Wir werden nicht weitermachen und stellen unsere Ämter zur Verfügung."

Der Werbering brauche frischen Wind und Jüngere an der Spitze, die neue Ideen und viel Elan mitbrächten: "Wir als Vorstand hinterlassen eine noch gut funktionierende Innenstadt ohne große Leerstände. St. Tönis hat viel Potenzial und sollte nicht verkümmern." Deshalb ergehe nochmals der dringende Appell an die mehr als 100 Werberingmitglieder, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen: "Ohne neuen Vorstand droht dem Werbering St. Tönis die Auflösung." Was das für St. Tönis bedeuten würde, machte der Vorstand mit diesen Schlagworten deutlich: "Keine Feste,
kein freies Parken, keine Blumen, keine Tannenbäume, keine Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmarkenaktion."

Rund 26 Jahre lang ist Robben nun bereits im Amt und auch Ulrich Peeren blickt auf eine sehr lange Amtszeit zurück. Rino Caruana, der ursprünglich weiter Vorstandsmitglied bleiben wollte, zieht nun auch zurück. Die Enttäuschung über fehlendes Engagement und die "Ignoranz auf vielen Ebenen" sei einfach zu groß, so seine Begründung.

Stefan Robben betont: "Ich bin überzeugt, dass die verkaufsoffenen Sonntage, verbunden mit bunten Events, die Leute in die Innenstadt ziehen. Der stationäre Handel und das Image unseres Ortes werden damit gestärkt. 2018 waren alle unsere Feste erfolgreich und gut besucht: Angefangen vom Frühlingsfest, bis hin zur Weißen Nacht, dem Stadtfest, dem Auto- und Frischemarkt und der Lichternacht." Als traurig und ernüchternd bezeichnete der Werbering-Vorsitzende es, dass "kaum jemand bei der Vorbereitung und Durchführung all dieser Aktionen hilft". Das müsse sich ändern, Existenzen seien sonst gefährdet.

Weitere Mitgliederversammlung geplant

Nach dem Frühlingsfest wird eine weitere Mitgliederversammlung mit einer Einladungsfrist von 14 Tagen stattfinden. Wenn sich bis dahin kein neuer Vorstand finden sollte, dann könnte die Auflösung des Werberings durch die Anwesenheit von 75 Prozent der Mitglieder beschlossen werden. Würde dies nicht erreicht, dann würde eine zweite Einladung zu einer weiteren Mitgliederversammlung erfolgen. Einladungsfrist ist hierbei wieder 14 Tage. Bei dieser zweiten Mitgliederversammlung ist die Beschlussfähigkeit dann unabhängig von der Teilnehmerzahl.

Der amtierende Vorstand bleibt nun vorerst noch geschäftsführend auf unbestimmte Zeit im Amt. Der Werbering St. Tönis muss aber mindestens zwei Vorstandsmitglieder haben, sonst ist er laut Satzung nicht mehr handlungsfähig. Treten Vorstände zurück, bleibt grundsätzlich noch eine so genannte Nachwirkungspflicht. Die Bestellung eines Notvorstandes ist möglich. Dabei ist die Benennung von Mitgliedern sinnvoll, denn sonst setzt das Amtsgericht von sich aus einen Notvorstand ein.

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