1. Die Stadt

Zuchterfolg: 16 Mini-Krokodile im Krefelder Zoo

Zuchterfolg : 16 Mini-Krokodile im Krefelder Zoo

16 Mini-Krokodile wachsen derzeit im Zoo Krefeld heran. 2005 gelang hier im Regenwaldhaus mit der Europäischen Erstzucht der Keilkopf-Glattstirnkaimane eine kleine zoologische Sensation. Bis jetzt konnte der Zuchterfolg nicht wiederholt werden.

Anfang Juni 2020 veränderte das Kaiman-Weibchen den Bruthügel in der Anlage im Regenwaldhaus und begann ihn zu bewachen. Ein klares Zeichen für die Tierpfleger, dass sie Eier abgelegt hatte. Vom 15. bis zum 20. Oktober 2020 schlüpften dann nach und nach 16 Jungtiere, die anschließend einzeln in kleine Becken hinter den Kulissen gesetzt wurden. Beim Schlupf waren sie 22,5 bis 24 cm lang und wogen um die 60 g. Alle vier Wochen werden die Jungtiere seither gemessen und gewogen. Beim letzten Termin waren sie schon auf 25 bis 29 cm und 80 – 100 g angewachsen. Ein Sorgenkind ist auch dabei, das bisher nur wenige Gramm zugenommen hat. Es wird besonders gepäppelt und hat zur großen Freude der Pfleger am vergangenen Wochenende zwei Babymäuse verzehrt. Schon kurz nach dem Schlupf sind die Jungtiere mobil und zeigen Zähne, sind also durchaus wehrhaft. In der Natur suchen sie sich trotzdem schnell einen sicheren Platz in der dichten Ufervegetation, da die Eltern sie nicht schützen.

Der dämmerungs- und nachtaktive Keilkopf-Glattstirnkaiman bevorzugt als Lebensraum in den südamerikanischen Tropen kleine Regenwaldbäche und hält sich oft im flachen Uferbereich auf. Die Weibchen bauen ihre Nesthügel gerne angelehnt an einen Termitenstock, womit eine höhere Bebrütungstemperatur erreicht wird. Rund 100 Tage dauert es, bis die „Mini-Drachen“ aus ihren Eiern schlüpfen. Das Geschlecht der Jungtiere wird durch die Temperatur bestimmt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt während der Eientwicklung im Bruthügel herrscht. Die beiden erwachsenen Tiere im Regenwaldhaus des Zoo Krefeld stammen aus einer Beschlagnahmung am Flughafen Frankfurt 1995. Zusammen mit einem Dutzend weiterer Tiere waren sie als Jungtiere illegal nach Deutschland geschmuggelt worden. Glücklicherweise entdeckte der Zoll die Tiere und konfiszierte sie. Da in Krefeld gerade das südamerikanische Regenwaldhaus im Bau war, übernahm der Zoo die Tiere. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wurden bis auf drei alle Tiere in andere Zoos abgegeben. 2005 kam es dann zur Sensation: Erstmals schlüpften in einem Europäischen Zoo Keilkopf-Glattstirnkaimane und wuchsen auf. Aktuell leben im Zoo Krefeld zwei erwachsene Kaimane. In Europa lebt die Kaiman-Art nur in rund 20 zoologischen Einrichtungen, in Deutschland sind es nur drei Haltungen. Sie wird nur selten nachgezogen. Zuchterfolge gab es seit 2005 in 2017 in Usti nad Labem (Ungarn) und 2013 in Dortmund. Meist schlüpften nur sechs bis zehn Jungtiere.