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Abenteuer statt Hotelurlaub

Abenteuer statt Hotelurlaub
Uwe Papenroth mit Luca und Felix vor seinem Expeditionsmobil.
Unser Kollege Uwe Papenroth ist gemeinsam mit seiner Freundin Sandra und den gemeinsamen Kindern Luca (5) und Felix (7 Monate) Anfang Oktober zu einer viermonatigen Südamerika-Reise aufgebrochen. Ihr Gefährt, ein Iveco Daily Allrad, war schon vollgepackt auf dem Weg über den großen Teich in Richtung Buenos Von Steffen Penzel

Aires, bevor die Abenteurer aufgebrochen sind.

Mönchengladbach

. Früher, erinnert sich Uwe Papenroth, sei er ein ganz „normaler Urlauber“ gewesen. Klar, auch exotische Ziele hätten ihn damals schon gereizt. Aber im Urlaub, da gab es kein Vertun, gönnte er sich den Luxus eines schönen Hotels. Dann kam Sandra Stocks. Und alles wurde anders. Denn seine Freundin hatte und hat andere Vorstellungen von Urlaub und Reisen. Schon während des Studiums in Italien und ihrer Anfangszeit als Ärztin, die sie in Südafrika und London verbrachte, hatte die heute 39-Jährige einiges von der Welt gesehen. Gerade Afrika mit Ländern wie Namibia, Tansania, Kenia und Sambia hatten es ihr angetan. Ihr Ansatz bei Reisen war klar: Abenteuer erleben, ungefilterte, echte Eindrücke bekommen, Land und Menschen wirklich kennen lernen.

Der Ansatz gefiel auch Uwe Papenroth. Und er verfestigte sich nach dem ersten gemeinsamen Wohnmobil-Trip zur Mitsommernacht durch Skandinavien. „Sie hat mich in dieser Beziehung echt umgepolt. Mit Wohnmobilen konnte ich vorher nichts anfangen. Das ist heute anders.“ Mittlerweile ist das Wohnmobil zum unverzichtbaren Gefährt für die beiden geworden. Selbst die Urlaube in den Alpen im Winter werden damit absolviert. Für Uwe Papenroth längst gelebte Normalität. „Ich mag auch heute noch schöne Hotels. Aber sie geben mir nicht mehr viel, sind austauschbar.“

Ganz anders die Eindrücke, die Papenroth seit Skandinavien auf seinen Trips sammelt. Auf Norwegen und Schweden folgten Peru, Island, Indien, Südostasien. Als vor fünf Jahren Sohnemann Luca auf die Welt kam, wurde die Elternzeit von Sandra kurzerhand sinnvoll genutzt: für einen sechsmonatigen Trip mit dem frisch geborenen Kind nach Laos, Kambodscha, Thailand, Burma, Neuseeland, Tasmanien und Australien. „Das war alles gar kein Problem. Ich habe meine Arbeit, sobald wir Internet hatten, vor Ort machen können. Und die U-Untersuchungen haben wir in Bangkok, Neuseeland und Australien gemacht. Die Krankenhäuser waren top ausgestattet und die Untersuchungen gab es sogar umsonst“, lacht Papenroth, der ergänzt: „Das hat uns beflügelt und gezeigt, dass es auch mit kleinen Kindern geht.“ Es folgten weitere Abenteuer und unvergessliche Momente in China und Mexiko mit dem kleinen Mann im Gepäck. Den Kritikern, die es für unverantwortlich halten, kleine Kinder mit in den mexikanischen Dschungel zu nehmen, kann Papenroth immer nur das Gleiche entgegnen: „Es ist viel gefährlicher, deine Kinder in Deutschland ins Auto zu setzen. Und man kann auch in Barcelona umgefahren werden. Warum sollten unsere Urlaube dann gefährlicher sein?“

Vor sieben Monate hat Sohnemann Nummer zwei das Licht der Welt erblickt. Also ist es wieder an der Zeit, Luca und sein Brüderchen Felix einzupacken und aus der Elternzeit von Sandra Stocks das Beste zu machen. Ihr großer Traum war es immer, die Panamericana von Alaska bis Feuerland zu befahren. „Aber das ist zu teuer und zu weit. Dafür muss man sich mindestens ein Jahr Zeit nehmen - und Luca kommt nächsten Sommer in die Schule“, musste Papenroth den ganz großen Plänen seiner Freundin eine Absage erteilen. Aber es gibt eine Light-Version des großen Panamericana-Trips - und auch der hat es schon so richtig in sich.

Jetzt startete die vierköpfige Reisegruppe ihr Abenteuer in Buenos Aires. Von dort geht es bis an die südliche Kontinentspitze nach Patagonien und Feuerland. In Richtung Norden stehen dann, teilweise auf der Panamericana, im Zickzack-Kurs über die Anden Chile und Argentinien auf dem Plan. Der wildeste, einsamste Teil folgt dann, wenn es entlang der Salzseen an der chilenisch-bolivianischen Grenze geht. Zurück nach Buenos Aires führt ihr Weg über Paraguay und Uruguay.

In der argentinischen Hauptstadt bleiben sie zu Beginn des Trips rund eine Woche und warten auf die Ankunft ihres Expeditionsgefährts: ein Iveco Daily Allrad – Baujahr 1995.

(Report Anzeigenblatt)