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Kastanienhof
Pflegeeltern – wäre das was für uns?

Kastanienhof: Pflegeeltern – wäre das was für uns?
Das Team vom „Fachdienst Pflegekinder“ des Kastanienhofs lädt ganz herzlich zum Informationsabend ein. FOTO: Kastanienhof
Krefeld. Ein Pflegekind zu Hause aufnehmen und ihm die Geborgenheit vermitteln, die es braucht – viele Menschen können sich das vorstellen. Das Kinderheim Kastanienhof lädt zu einem Infoabend für alle ein, die sich über das Thema ausführlich informieren möchten. Von Alexandra Rottmann

 

Pflegefamilien nehmen Kinder auf, deren eigene Eltern sich vorübergehend oder dauerhaft nicht um sie kümmern können. Gründe dafür können zum Beispiel Überforderung mit der Erziehung, aber auch familiäre Gewalt, eine Drogenabhängigkeit oder die psychische Erkrankung eines Elternteils sein. 

Das Krefelder Kinderheim Kastanienhof sucht Familien, die bereit sind, den betroffenen Kindern ein liebevolles Zuhause zu bieten. Der Extra-Tipp sprach mit Sarah Haurand, Bereichsleiterin Pflegekinder im Kastanienhof, über dieses wichtige Thema.

Warum ist es so wichtig, dass Kinder aus solchen krisenhaften Situationen in eine Pflegefamilie auf‧genommen werden, statt im Kinderheim zu bleiben?

Sarah Haurand: "Vor allem bei Babys und Kleinkindern ist die Bindung an eine einzelne Person, die sie umsorgt, entscheidend für das ganze weitere Leben, auch um später einmal selbst feste Bindungen entwickeln zu können. 
Allein die Sicherheit, dass die Pflegemutter kommt und mich tröstet, wenn ich weine – was bei vielen dieser Kinder ja vorher nicht der Fall war – gibt ihnen eine stabile Basis, auf die sie aufbauen können. Studien haben gezeigt, dass sogar diejenigen Kinder ganz stark davon profitieren, die nur ein paar Monate oder ein halbes Jahr in einer liebevollen Pflegefamilie verbringen."

Sarah Haurand ist Bereichsleiterin Pflegekinder im Kastanienhof. FOTO: Kastanienhof


Wer kann Pflegemutter oder Pflegevater werden, und braucht man dafür eine erzieherische Ausbildung?

Sarah Haurand: "Grundsätzlich nein. Für die Pflege auf Zeit, im Fachjargon Bereitschaftspflege genannt, ist es jedoch wichtig, dass man viel Erfahrung im Umgang mit Kindern hat. Und man sollte sich auf die zeitliche Begrenzung der Pflege einstellen können, denn die Bereitschaftspflege bedeutet ja, dass man in Notfällen einspringt, bis die Perspektive für das Kind geklärt ist und es entweder zu den leiblichen Eltern zurückgeht oder in eine feste Pflegefamilie wechselt. Etwas ganz anderes ist die Aufnahme eines Pflegekindes auf Dauer. Das ist auch für Paare möglich, die bisher keine Erfahrung mit Kindern haben, natürlich auch für homosexuelle Paare, aber auch für Alleinstehende. Sie alle werden intensiv von uns begleitet und beraten, wenn erforderlich ist rund um die Uhr jemand vom Team erreichbar."

INFOABEND

Am Donnerstag, 8. November, 18 Uhr informiert der "Fachdienst Pflegekinder" im Saal des Kastanienhofs, Kaiserstraße 103a, umfassend über die Themen Pflege auf Zeit und Pflege auf Dauer. Die Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und persönlich mit einer Pflegemutter zu sprechen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Allgemeine Info: Tel. 02151 507310, info@pflegekinder-kastanienhof.de oder www.pflegekinder-kastanienhof.de