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Habima im Jüdischen Kulturzentrum
Poetische Songs und zu Herzen gehende Lesungen

Habima im Jüdischen Kulturzentrum: Poetische Songs und zu Herzen gehende Lesungen
Stephan Sulke stellt sein neues Album vor. FOTO: Foto: Jüdische Gemeinde / Schneider-Watzlawik Kulturagentur
Krefeld. Habima – das hebräische Wort heißt ins Deutsche übersetzt "Die Bühne". Seit Oktober 2011 bringt das Jüdische Kulturzentrum Krefeld verschiedene nationale und internationale Künstler unterschiedlicher Genre auf seine Bühne. Auch in diesem Halbjahr haben die Organisatoren der Veranstaltungsreihe renommierte Künstler und Ensembles eingeladen, die für die Vielfalt und Qualität des Programms der "Habima" stehen.

Sonntag, 10. September, 18 Uhr:

FORMIDABLE – Hommage à Charles Aznavour mit Jean-Claude Séférian – Gesang, Christiane Rieger-Séférian – Piano, Jan Klare – Saxofon. Seit das Chanson existiert, wurde darin die Liebe besungen und eine unübersehbare Anzahl von Meisterwerken zu diesem Thema hervorgebracht. Bei den lebenden Chansonpoeten gibt es aber eine nicht unerhebliche Anzahl, die offen zugibt, dass sie in Aznavour ihr größtes Vorbild in Sachen Liebeslyrik sieht. Auch wenn Jean-Claude Séférians Stimme immer wieder mit dem Timbre von Aznavour verglichen wird, geht es Séférian nicht darum, sein Kindheitsidol zu imitieren, dazu ist er zu sehr eigenständiger Künstler, der jeder Interpretation immer einen persönlichen Stempel aufdrückt. Aber genau wie Aznavour selbst profitiert er von seinen verschiedenen musikalischen Wurzeln, der Musik von Orient und Okzident, der Klassik genauso wie der Folklore und dem Jazz, dessen Gewicht durch den kongenialen Ausnahmesaxofonisten Jan Klare eine andere Note in die teils weltbekannten Chansons bringt und diese damit zu einem spannenden Erlebnis werden. Christiane Séférian als Begleiterin im Leben und am Klavier breitet dafür den harmonischen Teppich mit ihrem einfühlsamen Spiel aus.

Sonntag, 15. Oktober, 18 Uhr:

Liebe ist nichts für Anfänger - Stephan Sulke. Kein anderer deutschsprachiger Songpoet hat Frauen und Männer und ihre komplizierte Beziehung so sensibel porträtiert wie Stephan Sulke. Der 73-Jährige kehrt nun auf die große Bühne zurück und stellt sein neues Album – weder altersmilde noch anbiedernd, sondern typisch Sulke – vor. Mit "Uschi (Mach‘ kein‘ Quatsch)" hat er einen der witzigsten Songs geschrieben, mit "Lotte" einen der traurigsten. Aber auch Gesellschaftskritisches wie "Die Moral" nahm Sulke im Laufe einer 50-jährigen Karriere auf. "Meine Musik war immer eine Mischung aus Sarkasmus, Melancholie und etwas Blödelei", sagt er. Dem ist er treu geblieben. Das neue Album hat wieder diesen ganz speziellen Sulke-Zauber, der ihn für viele zum besten deutschen Songpoeten macht. "Liebe ist nichts für Anfänger" enthält jede Menge widerständigen Wortwitz, Wehmut und Warmherzigkeit. Wer Sulke schon in den 70er/80er Jahren kannte, dürfte mit diesem Comeback gut leben können. Jüngere wiederum können einen "coolen" Songwriter entdecken. Stephan Sulke beweist auch diesmal in Balladen guten Geschmack, die so gar nichts mit Schlagerkitsch auf Herz-Schmerz-Niveau zu tun haben. Er singt immer noch mit heller, jungenhafter Charmeurstimme. Seine ausgefeilten Band-Arrangements kommen ohne modischen Schnickschnack aus – es sind zeitlose, ja aus der Zeit gefallene Sulke-Songs.

Sonntag, 5. November, 18 Uhr:

Der Mann mit dem Saxofon – Autorenlesung mit Sibylle Schleicher. Hannah, Schauspielerin, ist auf dem Rückflug einer Reise, die ihr Leben verändert hat. Auf dem Schoß ihr Tagebuch, lässt sie die vergangenen Wochen Revue passieren. Es ist mehr geschehen,  als dieses festhalten kann. Eine Reise, die als Flucht begonnen hat: Als sie den leblosen Körper ihres Geliebten auf der Unterbühne ihres Theaters liegen lässt, in der Gewissheit, schuld an dessen Tod zu sein, und ihr die Einladung zu einem Casting wie gerufen kommt. Der Plan geht wider Erwarten auf. Sie kommt auf die Besetzungsliste. Der Film erzählt die Lebensgeschichte eines jüdischen Chemikers. Drehort ist Lemberg. Hannah kann bleiben. Gleich am ersten Tag trifft sie auf den wesentlich älteren Aaron, einem Saxofon spielenden Lebenskünstler, der das Grab seines Vaters sucht, um selbst im Guten sterben zu können? Ihre Begegnung bringt beider Leben schwer aus dem Gleichgewicht. Sibylle Schleicher, 1960 in Schielleiten/Steiermark geboren, lebt in Nersingen/Straß bei Ulm. Sie studierte nach einem Auslandsjahr in Minnesota an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz Schauspiel. Fest- und Gastengagements an den Bühnen in Graz, Darmstadt, Bielefeld, Kiel und Berlin folgten. Zuletzt spielte sie 13 Jahre am Theater Ulm. Seit 2015 arbeitet sie freiberuflich und veröffentlichte Gedichte, Prosatexte, ein Opernlibretto, Kabarettstücke, Hörspiele. Für ihren erfolgreichen Debütroman »Das schneeverbrannte Dorf« erhielt sie den Peter-Klein-Preis der Stadt Aachen. Sie ist Mitglied des Österreichischen PEN.

Sonntag, 12. November, 18 Uhr:

Songs of Freedom mit Brenda Boykin (Gesang) und Heinz Hox (Akkordeon). In den Liedern der U.S. Bürgerrechtsbewegung wurden soziale oder politische Missstände thematisiert, die bis heute an Aktualität nicht verloren haben. In Zeiten weltweiter sozialer, wirtschaftlicher und politischer Unruhen gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt, sich auf das wirklich Wichtige im Leben zu besinnen: den gemeinsamen Frieden. Der international renommierten Jazz- und Bluessängerin Brenda Boykin liegen diese Themen sehr am Herzen. In ihrem Programm interpretiert sie Lieder der U.S. Bürgerrechtsbewegung, aber auch Songs der Soulgrößen Sam Cooke und Curtis Mayfield sowie Negro Spirituals. Die Amerikanerin Brenda Boykin sang in ihrer Karriere auf großen internationalen Festivals, wie dem Du Maurier Jazz Festival Vancouver, dem Monterey Bay Blues Festival und Jazz Festival und auf dem San Francisco Blues Festival. 2005 gewann sie den "Montreux Under the Sky"-Wettbewerb des Montreux Jazz Festivals. 2015 trat sie als Solisten mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg auf der Gala des Zelt-Musik-Festivals in Freiburg auf. Begleitet wird sie von dem vielseitigen Akkordeonisten, Pianisten und Keyboarder Heinz Hox. Beeinflusst und inspiriert durch unterschiedlichste musikalische Tätigkeiten entwickelte er auf dem Akkordeon seinen ganz eigenen "Ton". Bei aller Vielfalt gilt seine Vorliebe dem Jazz und Tango. Er ist ein gern gesehener Gast bei vielen Bands und Orchestern und arbeitete z.B. mit Udo Jürgens, Bobby McFerrin, Bands wie "Five and Six" und vielen anderen. Tourneen und Konzerte führten ihn bis Moskau, Kapstadt und Hawaii.

Sonntag, 26. November, 18 Uhr:

Horst Naumann liest "Der Geist der Weihnacht" von Charles Dickens. Der Schauspieler Horst Naumann liest Charles Dickens´ Geschichte "Vom Geist der Weihnacht" und nimmt die Zuhörer mit zum Heiligabend im Jahre 1843. Ebenezer Scrooge ist ein Geizhals, dem seine Mitmenschen nichts bedeuten, für den nur Gewinn und Geld zählen. Am Vorabend des Festes suchen ihn der Geist seines verstorbenen Geschäftsfreundes Marley und drei weitere Geister auf, die ihm Szenen aus seinem Leben zeigen und versuchen, seinen Blick zu verändern. Scrooge erschreckt vor seiner Kaltherzigkeit und dem, was ihm in Zukunft begegnen wird. Er erkennt: "Ich bin nicht mehr der Mann, der ich mal war." und verbringt am Ende mit seinem Neffen ein friedliches Familienfest. Naumann gelingt es, alle Akteure der Geschichte lebendig werden zu lassen – nur allein mit seiner Stimme und Mimik. Horst Naumann ist einem Millionenpublikum als "Doc Schröder" in der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannt und Serien wie "Die Schwarzwaldklinik", "Tatort" oder "Klinik unter Palmen" machten ihn zum Publikumsliebling. 1925 in Dresden geboren, begann seine Karriere 1946 am Theater in Burgstädt. 1954 drehte er bereits für`s Kino und hatte mit "Leuchtfeuer"  und "Carola Lamberti" zwei Premieren in einer Woche. 1958 siedelte er nach Westberlin über und knüpfte schnell an seine Erfolge an. Naumann war einer der Ersten, der Claus Schenk von Stauffenberg in einem Fernsehfilm verkörperte. Darüber hinaus lieh er als Synchronsprecher Schauspielern wie Sean Connery und Leslie Nielsen seine Stimme. In diversen Boulevardtheatern (München, Hamburg, Köln) steht er bis heute auf der Bühne und führt Regie.

Info unter www.jg-krefeld.de , "Habima".