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Hochwasser
9,69 Meter: Rhein-Höchststand erreicht

Uerdingen fürs Hochwasser gerüstet
Uerdingen fürs Hochwasser gerüstet FOTO: Samla
Uerdingen. Der Rheinpegel bei Uerdingen hat aktuell seinen Höchststand erreicht. Er steht bei 9,69 Meter. Das Verbot, den Gefahrenbereich zu betreten, wird konsequent ignoriert. Eltern nehmen auch ihre Kinder ans Wasser mit.  Von Jan Popp-Sewing

Vater Rhein ist durch tagelange Regenfälle und speziell die Sturzbäche des Tiefs Burglind kräftig angeschwollen. Die Neun-Meter-Marke wurde Samstagabend geknackt. Die Schifffahrt zwischen Duisburg und Koblenz ist eingestellt.

Die einzige Lücke im Uerdinger Deich, das Fluttor, war sicherheitshalber bereits vor den Feiertagen verrammelt worden. Das Untere Werft in Uerdingen, also das dem Deich vorgelagerte Stück, ist am Samstag überflutet worden.

Die Stadt warnt: Das Betreten des Werfts dann ist "strengstens verboten". Da die Kante zum Rhein hin durch das Wasser nicht erkannt werden kann, besteht Absturzgefahr.

Die Freiwillige Feuerwehr Uerdingen beklagt sich bei Facebook, dass Hochwassertouristen das Verbot ignorieren und sich so bewusst in Lebensgefahr begeben. Die Stadt hat daraufhin weitere Absperrungen zum Rheinwerft hin aufgebaut.

Duisburg hat Glück gehabt: Altstadtstraßen würden ab einem Pegel von ca. 9,80 Metern voll Wasser laufen.

Die Uerdinger können sich derweil entspannt zurücklehnen, beziehungsweise auf ihrem Deich spazieren gehen - ihr Deich ist erst ab einem Rheinpegel von 13,14 Meter gefährdet.

Die Sanierung des Deichs wurde 2016 abgeschlossen. Sie kostete rund 4,6 Millionen Euro - vor allem Landesmittel. Kern des neuen Deichs ist eine in den Boden gerammte Stahl-Spundwand aus bis zu 1,5 Tonnen Elementen von vier bis elf Meter Länge.

Sie soll den Deich auch angesichts des hohen Wasserdrucks dicht halten. Der Rhein beschreibt bei Uerdingen bekanntlich eine Kurve, wodurch der Wasserdruck auf den Deich höher ist, als in gerade Abschnitten. Der Deich ist so konzipiert, dass seine Krone selbst ein nur alle 500 Jahre vorkommendes "Jahrtausendhochwasser" mit einer Pegelhöhe knapp über zwölf Meter noch über einen Meter überragt. Die Innenstädte von Köln und Duisburg würden in solch einem Fall bereits Venedig gleichen.