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Dea Ferrazoli
Hölsche Trina aus Brasilien

Dea Ferrazoli: Hölsche Trina aus Brasilien
Bereit für den Auftritt: Dea Ferrazoli und Wolfgang Jachtmann als Trina und Jaköbke. Da ihr Bühnentreffen im Himmel stattfindet, gehören Engelsgewand, Flügel und Heiligenschein zum Outfit. FOTO: Rottmann
Krefeld-Hüls. Karneval, das bedeutete in ihrer Kindheit Samba und heiße Trommel-Rhythmen. Jetzt steht die gebürtige Brasilianerin Dea Ferrazoli als Hülser "Trina" auf der Bühne – und trägt ihre Büttenrede in fast perfektem Hölsch Platt vor. Von Alexandra Rottmann

 

Schon seit rund 27 Jahren lebt Dea Ferrazoli in Deutschland, doch den rheinischen Karneval hat sie bis jetzt eher aus der Ferne beobachtet und bewundert. Doch das reichte ihr nicht mehr: "Ich wollte endlich mal mitfeiern – und wenn, dann auch gleich richtig!"

Nach ersten Kontakten zum Hülser Verein Nette Stölle Jonges wurde schnell klar, dass die Chemie stimmt. Dea Ferrazoli wollte eine echte Hülser "Trina" werden und im Zug mitgehen. Dass sie gleich in ihrer ersten Session als Büttenrednerin auf der Bühne stehen sollte, war eigentlich gar nicht geplant – "doch dann wurde jemand gesucht, und ich habe spontan zugesagt, ohne zu wissen, was auf mich zukommt".

Nämlich zuerst einmal ein Schnellkurs in Hülser Platt: Mit Hilfe ihres Lebensgefährten Wolfgang Jachtmann, der in den Sitzungen – ebenfalls zum ersten Mal – als Hölsches Karnevals-Original Jaköbke auftritt, lernte Dea Ferrazoli die Aussprache der Mundart. "Ganz schön ungewohnt" war das zuerst, doch da das Sprachenlernen zu ihren Hobbys gehört, konnte sie sich schnell einfinden: "Geholfen hat mir auch, dass ich zwei Jahre in einer niederländischen Firma gearbeitet habe, denn das niederrheinische Platt geht ja ein bisschen in diese Richtung."

In ihrem Auftritt treffen sich Trina und Jaköbke im Jahr 2091 im Himmel und unterhalten sich über die neuesten Hülser Ereignisse. Für Aufregung sorgt, dass auf dem Hülser Berg ein Disneyland-Vergnügungspark errichtet werden soll.

Dass bei ihren Mundart-Auftritten in den Sitzungen der Nette Stölle Jonges immer auch ein leichter brasilianisch-portugiesischer Akzent mitschwingt, werden die "Hölsche" sicher verzeihen und vielleicht auch ein bisschen stolz sein auf die "einzige brasilianische Trina der Welt".