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Imkerei am Fuß des Hülser Berges
Bienenvater füttert mit Milbengift

Imkerei am Fuß des Hülser Berges: Bienenvater füttert mit Milbengift
Gut gewappnet: Imker Christoph Uelenbruck und seine Praktikantin vor „Uhles Bienenhaus“, das der Bienenvater selber mit errichtet hat. Links erstreckt sich die Ausflugszone der Bienen, die hinter der Schutzwand eifrig summen. FOTO: Müller
Hüls . Eine Imkerei am Fuß des Hülser Bergs dient der Bienenzucht sowie der Naturkunde der Besucher. Von Ernst Müller

Im Sommer summt und brummt es gewaltig auf dem Hülser Friedhof. Die Blüten der dortigen Lindenbäume ziehen Schwärme von Bienen an. Deren Heimat ist ein eigenes Bienenhaus auf dem Gelände des Umweltzentrums am Hülser Berg. Gehegt und gepflegt werden Unterkunft und Völker von Christoph Uelenbruck.


Eigentlich ist der "Bienenvater" im Umweltzentrum als Gärtnermeister tätig. Sein großes Hobby jedoch ist die Imkerei. An seinem Wohnsitz in Bedburg-Hau sitzt er sogar dem dortigen Imkerverein vor.


"Vor sechs Jahren haben wir drei Völker von Bedburg-Hau hierher nach Hüls geholt", erinnert sich Uelenbruck an die Anfänge der Imkerei am Fuß des Hülser Bergs. Die Strecke beträgt mehr als drei Kilometer. Das ist wichtig. Wäre sie nämlich geringer, würden die Bienen in die alte Heimat zurückfliegen.


Nun sammeln sie in Hüls den Honig ein. Neben dem Friedhof markieren die Esskastanien am Hülser Berg ihr vornehmliches Sammelgebiet.


"Ein Volk schafft in einem Jahr gut 40 Kilogramm Honig", lässt Uelenbruck die Besucher staunen. Die begehrte Süßspeise ersetzt der Imker bei der "Ernte" durch ein Kilo Zucker pro Wabe. Im Mai kann der Frühjahrshonig, im Juli der Sommerhonig geerntet werden. Ein Teil des Honigs dient dem Verkauf, ein anderer dem Eigenbedarf. "Der schmeckt besser als der handelsübliche", lacht Uelenbruck in freudiger Erwartung der nächsten Ernte.


Die Bienen selbst scheint der Austausch nicht zu stören. Im Sommer wächst ihr Bestand auf gut 50.000 Exemplare pro Volk an. Jedes Volk hat eine Königin, die fleißig Eier legt. Die Arbeiterbienen leben nur 45 Tage lang. Die Hausbienen sind 20 Tage damit beschäftigt, die Brut zu befächeln. Die Organisation im Bienenstaat klappt.


Die Bedrohung kommt von außerhalb: Milben merzen überall die Bestände aus. "Heute haben alle Bienenstöcke Milben", verdeutlicht Imker Uelenbruck die Dramatik. Doch lassen sich Gegenmaßnahmen ergreifen: Uelenbruck mischt im Dezember eine bestimmte Emulsion ins Futter. Diese ist für Milben giftig. Wenn die Nichtsnutze dann die Bienen aussaugen, müssen sie selber sterben. Besser wäre es, wenn die Bienen widerständiger wären und die Milben aus dem Stock herausschmissen. "Aber unsere Bienen sind nicht putzfreudig".


Dafür haben sie in Hüls ein besonders hübsches Haus. Es sieht ein bisschen aus wie eine Blockhütte, ist aber ganz auf die Bedürfnisse der Flügler abgestimmt. Das Material haben befreundete Handwerksbetriebe als Spende geliefert. Zusammengebaut haben es die fleißigen Helfer des Umweltzentrums. So dient es jetzt nicht nur als perfekte Unterkunft, sondern auch als Lehrstätte für Kinder und Erwachsene, die hier das Staunen lernen.