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Fischeln
Bunker-Kompromiss dank Treppenhaus für 100.000 Euro?

Fischeln: Bunker-Kompromiss dank Treppenhaus für 100.000 Euro?
Nach dem neuen Plan könnte das Schützenzelt exakt am alten Platz und in der gewohnten Größe aufgebaut werden. Die Feuerwehr signalisiert Grünes Licht. FOTO: UG Marienhof
Fischeln. Ein Kompromiss im Fischelner Bunkerstreit kündigt sich an: Die Investoren bieten den Bau eines Spezial-Treppenhauses im Bunker für 100.000 Euro an. Das würde die Bedenken der Feuerwehr zerstreuen: Und die Schützen könnten wie gewohnt ihr Zelt aufbauen. Von Jan Popp-Sewing

Einer der wichtigsten Kritikpunkte der Fischelner Schützen am Wohnbunker-Projekt Marienplatz könnte damit ausgeräumt sein. Der bisherige Plan sah eine sechs Meter breite Sicherheitszone zwischen Schützenzelt und Bunker vor.

Das wäre nur einzuhalten gewesen, wenn die Schützen auf einen 5 x 5 Meter großen Bereich ihres Zelts (45 x 25 Meter groß) verzichtet hätten. Auch beim Standort diverser Versorgungswagen drohte Ärger, da traditionellen Standorte von Kühlwagen und WC in der Bewegungszone der Feuerwehr gelegen hätten.

Durch das neue Treppenhaus würde diese Feuerwehrzone nicht mehr benötigt. Die Schützen-Wagen könnten an ihren angestammten Plätzen bleiben.

Mit-Investor Prof. Heinz Klinkhammer informierte die Schützen gestern über die Möglichkeit. Die Feuerwehr signalisierte bereits grünes Licht.

Die Lösung würde so aussehen, dass im Keller des Bunkers eine Pumpe eingebaut wird, die im Fall eines Brandes bis zu 25.000 Kubikmeter Außenluft ansaugen und ins Treppenhaus abgeben kann. Dadurch wird das Treppenhaus zum rauchfreien Flucht- und Rettungsweg, sollte es in einer der Bunker-Wohnungen brennen.

Feuerwehrleute müssten nicht mehr mit Drehleitern und Löschfahrzeugen direkt an den Bunker heranfahren, sondern könnten mit ihren Schläuchen durchs Treppenhaus zum Brandherd vordringen.

Vorgeschlagen hat den Kompromiss der renommierte Brandsachverständige Paul Corall aus Meerbusch. Um Außenluft ansaugen zu können, müsste ein Rohr durch die 2,50 Meter dicke Bunkerwand gelegt werden.

Auch beim Lärmschutz-Problem hat sich etwas getan: Die Investoren haben so umgeplant, dass nur noch zwei Wohnungen zur Festzelt-Seite liegen. Und deren zum Marienplatz gehende Isolierfenster lassen sich nicht mehr öffnen. Somit bleibt der Schallpegel in den Wohnungen auch bei Veranstaltungen niedrig.

Eine Garantie, dass nicht doch ein geräuschempfindlicher Bewohner der geplanten 25 neuen Bunker-Wohnungen gegen eines der Volksfeste vor seiner Haustür klagt, kann der Investor den Schützen freilich nicht geben. 

Die Vertreter des Investors, die Unternehmensgesellschaft Marienplatz, haben sich auch deshalb zum 100.000 Euro-Treppenhaus entscheiden, weil die CDU sich anschickte, mit dem Thema Wahlkampf zu machen und gegen das Wohnen im Bunker zu schießen.