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Geplantes Neubaugebiet
BUND gegen Fischeln-Südwest

Geplantes Neubaugebiet: BUND gegen Fischeln-Südwest
FOTO: Grafiken Wohnstätte
Fischeln. Im südwestlichen Fischeln sollen zunächst 160, später 500 Wohnungen im Bauhaus-Stil entstehen. CDU und SPD stehen hinter dem Projekt. Der BUND ist dagegen. Von Jörg Zellen und Jan Popp-Sewing


Der erste Bauabschnitt sieht vor, dass auf einer Fläche von 8,4 Hektar (4,1 Hektar davon werden bebaut) 160 neue Wohneinheiten entstehen. 70 Prozent davon sollen Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften werden. Die Grundstücke sind zum größten Teil im Besitz der Stadt oder der Wohnstätte.

Bereits im kommenden Jahr, so der Wunsch der beiden großen Ratsfraktionen, soll mit der Vermarktung der Bauflächen begonnen werden. Parallel dazu soll der Bau der neuen Umgehungsstraße starten. Insgesamt ist das Plangebiet 30 Hektar groß..

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) kritisiert, durch das Projekt gehe "wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche - der ertragsstärkste Boden von Fischeln - verloren". Hinter dem geplanten "grünen Bauhaus-Stil" vermuten die Naturschützer einen Trick: Dadurch solle das Baugebiet statt mit Nullenergie-Standard nur mit Niedrigenergie-Standard ausgerüstet werden, kritisiert der BUND und weist auf das Fehlen von Photovoltaikanlagen hin.

Außerdem kritisiert der Bund, dass die später geplante Südwestumgehung "die offensichtliche Fixierung auf den PKW-Verkehr zementiert". Auch sei nicht klar, welche Auswirkungen das Neubaugebiet auf die Entwicklung der Innenstadt und anderer Stadtteile habe. "Solche neuen Wohn- und Gewerbegebiete verhindern die Frischluftzufuhr und verschärfen den Klimawandel insbesondere in der Innenstadt", monieren die Umweltschützer.

Statt "auf der grünen Wiese" Neubaugebiete hochzuziehen, sollten Politik und Verwaltung "zu einer nachhaltigen, flächen- und raumschonenden Flächennutzungsplanung" übergehen. Zunächst sollten der Wohnungsleerstand behoben und ungenutzte Gewerbeflächen im Zentrum wiederbelebt werden.

Die Wohnstätte und CDU/SPD sind hingegen von den Plänen überzeugt: "Seit 25 Jahren beschäftigt uns dieses Thema, nun wollen wir den Prozess beschleunigen", sagen die planungspolitischen Sprecher von CDU, Jürgen Wettingfeld, und SPD, Jürgen Hengst, bei der Vorstellung des Projekts.