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KFC Uerdingen bei RWE
Sieg nähme "Druck vom Kessel"

KFC Uerdingen bei RWE: Sieg nähme "Druck vom Kessel"
FOTO: Samla
Krefeld. Die Erwartungshaltung wächst, die Anspannung nimmt rund um den KFC Uerdingen nach zwei Unentschieden zu. Ein Sieg bei Rot-Weiß Essen (morgen, 19.30 Uhr) würde den Druck vom Kessel nehmen. Dafür wird es wohl personelle Veränderungen geben. Von Peter Reuter

 

"Wir haben die Niederlage natürlich aufgearbeitet...", sagte KFC-Trainer Michael Wiesinger bei der heutigen Pressekonferenz zum 1:1 gegen den SC Verl. Ein Versprecher zwar, dennoch bezeichnend: "So fühlt es sich für viele an. Von dieser Grundstimmung dürfen wir uns aber nicht verleiten lassen", mahnte der Coach, positiv zu bleiben.

Ebenso wie die nur rund 1300 Zuschauer in der Grotenburg war aber auch er nicht mit dem Unentschieden an sich und mit der Spielweise und Einstellung im Speziellen zufrieden. "Uns fehlte die Ausstrahlung, die Gewissheit, dass wir gewinnen. Und dann müssen wir auch noch einem Rückstand hinterherlaufen. Das war einfach nur unnötig."

Einigen Spielern geht die Leichtigkeit ab

Dass der KFC mit seinen vielen, auch namhaften, Neuverpflichtungen kein normaler Aufsteiger ist, dürfte allen Akteuren von Anfang an klar gewesen sein. Doch nun scheinen der Gedanke an den möglichen Aufstieg und die erhöhte Erwartungshaltung einige Spieler zu hemmen.

"Mit der Verpflichtung von Maxi Beister ist der Druck sicher nicht kleiner geworden.  Zuletzt hatte ich den Eindruck, dass es bei dem ein oder anderen eine mentale Blockade gab. Aber wir brauchen jetzt unbedingt Konstanz in den Leistungen, die 90 minuten abgerufen werden müssen", fordert der Trainer, der deswegen wohl an der Hafenstraße personelle Veränderungen vornehmen wird.

Ellguth ein Kandidat für Essen

"Patrick Ellguth ist immer ein Kandidat, der in so einem Spiel Akzente setzen kann, in dem es sehr körperlich wird", meint Wiesinger, der sich aber noch nicht in die Karten schauen ließ, wem er morgen das Vertrauen gegen RWE schenken wird.

Auch bei den Gastgebern aus Essen läuft es nicht rund, spätestens seit Trainer Argirios Giannikis seinen Abschied zum Saisonende bekanntgab, stimmen die Leistungen nicht mehr. Sechs von zwölf Heimspielen verloren die Rot-Weißen.

Nicht zuletzt nach der 2:3-Pleite gegen Wattenscheid - der Siegtreffer fiel erst in der 96. Minute - kochte Volkes Seele. "Aber dieses Spiel hätten sie nicht verlieren dürfen, da waren sie klar besser. Ich sehe das nicht als Vorteil für uns, weil sie sich nun zu Hause zerreißen müssen", befürchtet Wiesinger.

Dennoch, dem Spiel in Essen könnte eine besondere Bedeutung zukommen. Ein Sieg wäre schließlich so etwas wie eine Signalwirkung vor den Duellen in Rödinghausen und zu Hause gegen Rhynern und Viktoria Köln.

"Die zwei Unentschieden sind eine Momentaufnahme. Aber jetzt kommen wir in eine entscheidende Phase, jetzt müssen wir da sein und die 'Big Points' landen", fordert Wiesinger.