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Ruderer beim World Cup in Polen
Olympiasiegerin Schmidla legt einjährige Pause ein

Ruderer beim World Cup in Polen: Olympiasiegerin Schmidla legt einjährige Pause ein
FOTO: Getty Images
Krefeld (ST). Am kommenden Wochenende, vom 16.-18. Juni, findet in Poznań/Polen der erste World - Cup für die deutsche Nationalmannschaft statt. Lisa Schmidla wird dann nicht dabei sein, sie wird ein Jahr pausieren.

 

Lange hatte es sich angekündigt. Dem aufmerksamen Sportbeobachter ist es vielleicht schon zur EM in Racice/Tschechien vor 14 Tagen aufgefallen, dass die amtierende Deutsche Meisterin im Einer nicht am Start war. Olympiasiegerin Lisa Schmidla nimmt sich nach dem grandiosen Erfolg von Rio eine Auszeit.

Sie wollte unbedingt noch Deutsche Meisterin in ihrer Heimatstadt werden, aber jetzt ist die Luft raus. Wer will es der 26 Jährigen die am 5.6. Geburtstag hatte, verübeln. Durchatmen nach Seriensiegen bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und World-Cups  und Olympia, da muss man sich erst einmal in Ruhe wieder sortieren. War sie doch die letzten Jahre fast immer ein halbes Jahr in Trainingslagern unterwegs.

44 DRV-Athleten in Poznan


Der Deutsche Ruderverband hat insgesamt 44 Athleten nominiert, mit dabei Jonathan Rommelmann vom Crefelder Ruder-Club, der im leichtgewichtigen Männer Einer an den Start geht und es im 27 Boote umfassenden Feld mit hochkarätiger Konkurrenz zu tun bekommt.

Eigentlich sollten es drei Starter aus Krefeld sein, doch Laurits Follert wird erst zum 3. World – Cup Anfang Juli in Luzern wieder in den Vierer ohne Steuermann zurück kehren. Nach seiner Rippenverletzung will Bundestrainer Christian Vieth, Follert genug Zeit geben, damit er vernünftig auf trainieren kann. Bisher läuft alles nach Plan für den 20ig Jährigen Modellathleten.

Der ehrgeizige Medizinstudent Jonathan Rommelmann sieht den World – Cup in Poznan als seine größte sportliche Herausforderung in diesem Jahr. Für Rommelmann hat das Studium 2017 Priorität, im September und das ist genau der Termin der Weltmeisterschaft in Sarrasota in Florida, steht er mitten in den Prüfungen zu seinem Physikum in der Uni in Düsseldorf.

2020 in Tokio ist für den 21 Jährigen das erklärte Ziel. Ab Oktober 2017 muss dieses Projekt voll anlaufen, wenn er eine Chance haben will, einen der zwei Plätze, die es im leichtgewichtigen Doppelzweier gibt, zu erobern. Jetzt in Poznan auf dem Malta See ist er aber voll fokusiert auf das erreichen des Finals. Letztes Jahr mit Silber im Einer bei der U23 WM in Rotterdam dekoriert, weiß er was auf ihn zu kommt.

Das wird kein Zuckerschlecken, sind doch die namhaften Konkurrenten aus Neuseeland, Slovenien, Italien und Großbritannien am Start. Aber auch die nationale Konkurrenz aus Deutschland, mit dem Hamburger Lars Wichert, der zuletzt bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft knapp vor Rommelmann war ist nicht zu unterschätzen.

"Ich freue mich, dass mir der DRV die Startmöglichkeit gibt, auch wenn ich dieses Jahr nicht mit zur WM kann. Die Rennen werden sicherlich alle hart und ich kann einiges an Erfahrung mit nehmen, mein Ziel ist es ins Finale vor zu fahren!" unterstreicht Rommelmann seine Ambitionen. "Ich traue ihm einiges zu, im Training lief es ganz gut, aber natürlich ist die Konkurrenz Bärenstark," weiß Heimtrainerin Sabine Tschäge die Chancen ein zu schätzen. "Ich werde die Rennen soweit es geht im Internet verfolgen, unter Worldrowing, leider kann ich nicht mit, da wir die Meisterschaft der U23 vor bereiten. Bundestrainer Tim Schönberg wird die Aufgabe vor Ort übernehmen", so Tschäge