| 09.36 Uhr

Nervenkitzel beim KFC
Musculus sorgt für die späte Erlösung

Zittern bis zum Schluss - Musculus rettet den Sieg
Zittern bis zum Schluss - Musculus rettet den Sieg FOTO: Stefan Brauer
Krefeld. "Musculus, Musculus, Musculus" hallte es gestern Abend lautstark durch die Schauinslandreisen-Arena in Duisburg. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte der Stürmer für den letztlich verdienten 3:2-Sieg des KFC Uerdingen gegen Meppen gesorgt. Von Peter Reuter

 

Der Blick auf die Tabelle dürfte den KFC-Fans am heutigen Morgen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Nach drei Spielen auf Platz vier, das sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an. Doch dafür war gestern Abend ein hartes Stück Arbeit notwendig, es wurde gezittert bis zum Schluss.

"In der Anfangsphase waren wir zu behäbig, zu langsam. Im Nachhinein war es ein Fehler von mir, zu viele Spieler aufgestellt zu haben, die schon in Würzburg eine sehr intensive Partie hinter sich hatten. Bei unserem breiten Kader war das ohne Not, da können die Jungs nichts für. Was ich dem Team zugutehalte ist, dass es nie aufgesteckt und bis zum Schluss alles reingeworfen hat. Letztlich hatten wir dann das nötige Glück, dass du dann auch brauchst", zeigte sich KFC-Trainer Stefan Krämer nach der Partie selbstkritisch.

Der eingewechselte Lucas Musculus war es, der erst in der Nachspielzeit (90+3) den erlösenden Siegtreffer gegen Meppen erzielte. 

Sein Team hatte die von Krämer beschriebenen anfänglichen Probleme überhaupt ins Spiel zu kommen, die Gäste aus Niedersachsen setzten die Blau-Roten gehörig unter Druck. Umso ärgerlicher, dass das 0:1 genau dann fiel, als der KFC die Partie an sich riss. Dorda wollte im Strafraum klären, doch seine Grätsche beförderte den Ball über Torwart Vollath unglücklich ins eigene Tor.

Die Hausherren waren um eine schnelle Reaktion bemüht, doch Meppen machte ihnen das Leben mit vielen Zweikämpfen (vier Gelbe Karten in Hälfte eins) schwer. 

Zur Pause brachte Krämer Dörfler und Musculus (für Aigner und Konrad), die das Spiel - wie sich zeigte - beleben sollten. Doch zuerst rückte Oguzhan Kefkir in den Mittelpunkt, der gestern ein ständiger Aktivherd in der Uerdinger Offensive war. Der kleine Mittelfeld-Dribbler fasste sich aus gut 18 Metern ein Herz und netzte zum verdienten 1:1 (55.) ein.

Doch damit war die Partie noch nicht gedreht. Im Gegenteil: Meppen fuhr immer wieder gefährliche Konter und nutzte dann eine ihrer Gelegenheiten, gegen eine hoch stehende Uerdinger Defensive. Granatkowski (59.) lenkte einen Schuss mit dem Kopf zur erneuten Führung ins Uerdinger Tor ab. Unglücklicher kann man sich zwei Gegentore in einem Spiel kaum fangen.

"Natürlich mussten wir Risiko gehen, wir hätten auch noch mehr Konter fressen können. Aber am Ende des Tages bleibt dir nichts anderes übrig, als das Visier hochzuklappen und volle Kanne alles zu versuchen", war sich Krämer sicher. 

Und das tat sein Team, dass nie aufsteckte und weiter Tempo machte. Nach der Ampelkarte für Meppens Posipal wurde der Uerdinger Druck zu groß. Dörfler war es, der sich in der 79. Minute mit seinem Ausgleichstreffer selbst für seine gute Leistung belohnte. 

Fast ebenso wichtig dann aber sein Pass in der Nachspielzeit, den Musculus im Strafraum dankend annahm und zum erlösenden 3:2 verwandelte. Der Schlusspunkt in einer abwechslungsreichen und spannenden Partie.

Am Sonntag reist der KFC Uerdingen nach München. Um 13 Uhr wird im Stadion an der Grünwalder Straße die Partie gegen Mitaufsteiger 1860 angepfiffen. Über 600 Fans werden die Blau-Roten in die bayerische Landeshauptstadt begleiten.