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Stolpersteine für Familie Hirsch

Stolpersteine für Familie Hirsch
Das Foto zeigt die Kempener Familie Hirsch zwei Jahre vor der Machtergreifung der Nazis, 1931, bei der Hochzeit des ältesten Sohnes Ernst. In der oberen Reihe ganz rechts Metzgermeister Isidor Hirsch und seine Ehefrau Johanna. Links in der mittleren Reihe, neben dem Brautpaar, sitzt Isidors Schwester Hannchen, die "Seele des Geschäfts" an der Peterstraße. Im September 1942 wurden Isidor, seine Frau und seine Schwester in Treblinka ermordet. Von den 16 abgebildeten Personen wurden acht Opfer des Holocaust. FOTO: Wally Hirsh, Out of the Shadows, 2013
Kempen. Im Zentrum der Stolpersteinverlegung in Kempen steht kommende Woche die jüdische Familie Hirsch. Von den neun Mitgliedern sind fünf von den Nationalsozialisten ermordet worden; den anderen vier gelang die Flucht.

 

Im Dezember letzten Jahres wurden in Kempen die ersten acht Messingplatten, die dem Gedenken an NS-Opfer dienen, in das Pflaster der Engerstraße und der Von-Loë-Straße eingelassen. Nächste Woche, am Donnerstag, 24. November, werden nun elf neue Stolpersteine verlegt – von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der bisher mehr als 50.000 seiner steinernen Gedenktexte in Deutschland und in zahlreichen europäischen Ländern installiert hat.

Am Donnerstagvormittag wird Demnig die neuen Steine ab 9 Uhr verlegen; den ersten an der Ecke Ellenstraße/Möhlenwall zum Gedenken an den zwanzigjährigen Josef Voss, der 1941 wegen einer leichten geistigen Behinderung in der Gaskammer der "Todesklinik" Hadamar ermordet wurde. Vor dem Haus Peterstraße 3 wird ein Stein an den mutigen Friseur Heinrich Wolff erinnern, der ins Zuchthaus kam, weil er sich kritisch über den von den Nazis angezettelten Krieg geäußert hatte.

Im Zentrum der diesjährigen Gedenk-Veranstaltung wird jedoch die jüdische Familie Hirsch stehen, die an der Peterstraße 23 (heute: neues Kolpinghaus) eine florierende Metzgerei betrieb. Sieben ihrer Nachfahren werden als Gäste der Stadt aus England, Israel und Neuseeland nach Kempen kommen. Die Steine für ihre verfolgten und ermordeten Vorfahren hat die Kempener Familie Renkes übernommen, die damals ihrer Nachbarfamilie Hirsch nach Kräften beigestanden hat.

Zu Beginn der Verlegung wird die Initiatorin des Kempener Projekts, Ute Gremmel-Geuchen, auf Deutsch und Englisch eine kurze Begrüßung sprechen.

Bei jedem einzelnen Stein werden Schülerinnen und Schüler des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums, des Thomaeums, des Berufskollegs und der Realschule auf deutsch und englisch Biographien der Opfer verlesen.

Zur Einstimmung auf die ‧Stolperstein-Verlegung spricht der Künstler Gunter Demnig am Mittwoch, 23. November, um 19 Uhr in der Aula des Thomaeums über sein Projekt, wobei der Kempener Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer moderieren wird. Die Veranstaltung ist – wie auch die Stolperstein-Verlegung am Donnerstag, 24. ‧November – öffentlich, der Eintritt ist frei.

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