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Polizei warnt vor „Selbstjustiz“-Aktionen

Polizei warnt vor „Selbstjustiz“-Aktionen
WhatsApp-Gruppen wie diese in Viersen können sinnvoll sein, aber bei verdächtigen Beobachtungen sollte man sich als erstes an die Polizei wenden, bevor man sie im Internet postet. FOTO: Polizei Kreis Viersen
Kreis Viersen (aro). Verdächtige Gestalten lungern in der Straße herum? Vom leerstehenden Nachbarhaus sind merkwürdige Geräusche zu hören? So mancher kommt offenbar in Versuchung, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, anstatt die Polizei zu informieren.


 Dass sich Anwohner zu "Bürgerwehren" zusammenschließen, möchten die Ordnungshüter auf jeden Fall verhindern. So sollten Anwohner, die etwas Verdächtiges bemerkt haben, auf gar keinen Fall versuchen, Personen anzusprechen oder festzuhalten: "Das ist alleine Aufgabe der Polizei, Selbstjustiz ist der falsche Weg für mehr Sicherheit", schreibt die Polizei des Kreises Viersen in einer Pressemitteilung.

 
Nachbarschaftshilfe bei der Verhinderung von Einbrüchen sei zwar sehr willkommen, so die Polizei, aber dabei gebe es gewisse Regeln zu beachten. So könne es durchaus sinnvoll sein, sich in einem Messengerdienst wie WhatsApp zu einer Nachbarschaftsgruppe zusammenzuschließen. So kann man sich beispielsweise gegenseitig darüber informieren, wer wann im Urlaub ist, damit die anderen ein Auge auf das Haus haben. 

Verdächtige Beobachtungen sollte man jedoch zuerst an die Polizei weitergeben: "Immer dann, wenn Sie meinen, dass es Zeit für eine Warnung in der Gruppe ist, ist es genau die Zeit, wo Sie bitte vorher den Notruf der Polizei wählen und uns informieren, bevor Sie Ihre Nachbarn warnen."

Keinesfalls sollte man Fotos von verdächtigen Personen oder Autokennzeichen bei WhatsApp oder Facebook posten, warnt die Polizei: "Das ist nicht erlaubt und kann teuer werden!" Stattdessen sollte man sich das Kennzeichen notieren und der Polizei telefonisch durchgeben.

Die Beamten  seien dankbar für jeden Hinweis: "Beobachten Sie eine "Situation oder Ihnen kommt etwas nur komisch vor, rufen Sie bitte sofort die 110 an. Ihr komisches Bauchgefühl reicht dafür aus." 

Oft seien es "komische" Kleinigkeiten (mehrfaches Schellen, und wenn jemand öffnet, wird nach irgendeinem angeblichen Nachbarn gefragt, fremde Personen schlendern durch ein Wohngebiet), die Vorbereitungshandlungen für Einbrüche sein könnten: "Wir überprüfen dies gerne selber an Ort und Stelle und kommen nicht gerne erst dann, wenn der fremde Mann im Nachbargarten ins Haus eingebrochen ist und mit seiner Beute das Weite gesucht hat. Wenn es der Gärtner war, wird dieser Verständnis für die Überprüfung haben und Ihr Nachbar Ihnen sehr dankbar sein."

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