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Oberlandesgericht Düsseldorf
Mutmaßlicher Islamist aus Tönisvorst: Geheimnisverrats-Prozess geplant

Oberlandesgericht Düsseldorf: Mutmaßlicher Islamist aus Tönisvorst: Geheimnisverrats-Prozess geplant
FOTO: FK
Tönsivorst. Ein 51-Jähriger mutmaßlicher Islamist aus Tönisvorst muss sich demnächst wegen des Verdachts auf versuchten Geheimnisverrats vor Gericht verantworten. Der Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht.

Die Staatsanwaltschaft wollte den Mann auch wegen versuchten Mordes anklagen. Diesen Vorwurf ließ das Oberlandesgericht Düsseldorf jedoch fallen. Nun wird dem ehemaligen Verfassungsschützer "nur noch" der Versuch des Geheimnisverrats vorgeworfen.

Der Tönisvorster wurde daraufhin nach acht Monaten aus der U-Haft entlassen. Der Deutsch-Spanier sollte im vergangenen Jahr eigentlich für den Verfassungsschutz gewaltbereite Islamisten im Internet überwachen.

Nach Medienberichten arbeitete er jedoch als "Maulwurf" gegen seinen Arbeitgeber.

Bei einem seiner Internetgespräche unter falschem Namen mit vermeintlichen Gesinnungsgenossen geriet er an einen Verfassungsschützer, der ebenfalls unter einem Alias-Namen unterwegs war.

Dem bot er für den Fall eines Anschlags auf die Zentrale des Bundesamts in Köln an, dort "Gleichgesinnten Zugang ... für eine Gewalttat" zu ermöglichen.

Laut Staatsanwaltschaft bezeichnet sich der Mann als Konvertit. Die Vorwürfe gegen ihn hat er demnach eingeräumt. So soll der Verdächtige seinem Chat-Partner gesagt haben, ein Anschlag auf das BfV sei "sicher im Sinne Allahs". Er sei zu allem bereit, "um den Brüdern zu helfen".

Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

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