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Baubeginn im Herbst 2018
Kempen bekommt ein neues Hallenbad

Baubeginn im Herbst 2018: Kempen bekommt ein neues Hallenbad
An die vorhandenen Gebäude des Aqua sol soll ein neues Hallenbad angebaut werden. FOTO: Rottmann
Kempen. Barrierefrei, mehr Platz für Kinder und ein extra Wassergymnastik-Becken mit kostenlosen Kursen: Im Frühjahr 2020 soll der neue Hallenbad-Bereich am Schwimmbad Aqua sol eröffnet werden. Verzichten müssen die Kempener zukünftig auf das 50-Meter-Becken im Freibad, denn das wird zur "Baugrube" für den Neubau. Von Alexandra Rottmann

 

7,5 Millionen Euro wollen die Stadtwerke in den Neubau investieren. "Wir haben festgestellt, dass ein 'Weiter so' mit dem alten Hallenbad-Bau teurer würde als ein Neubau", so Siegfried Ferling, Geschäftsführer der Stadtwerke Kempen.

Denn das Hallenbad aus dem Jahr 1971 sei dringend sanierungsbedürftig. Die Kosten dafür seien so hoch, dass sich ein Neubau lohne, so Siegfried Ferling weiter. Dabei habe man so kalkuliert, dass die jährliche Belastung für die Stadtwerke bzw. für die Stadt Kempen nicht weiter steige - und auch die Eintrittspreise sollen nicht erhöht werden.

Und so sieht der Plan aus: Verzichten müssen die Kempener künftig auf das 50-Meter-Freibadbecken, denn dieses soll komplett als "Baugrube" für das neue Hallenbad dienen. Die neue Schwimmhalle soll mit dem vorhandenen Gebäude des Aqua sol verbunden sein und ein 25-Meter-Trainingsbecken sowie ein zehn mal zehn Meter großes Fitnessbecken enthalten.

"Damit greifen wir den Trend der Wassergymnastik auf", erklärt Unternehmensberater Dietmar Altenburg, der das Neubauprojekt zusammen mit dem Architekten Dirk Neugebauer und den Stadtwerken entwickelt hat.

Die alte Rutsche hat wohl ausgedient. Da sich die Versetzung an den neuen Standort vermutlich nicht lohnt, werden die Stadtwerke aller Voraussicht nach eine neue Rutsche errichten. FOTO: Rottmann

Kurse im Wasser wie Gymnastik und "Aquacycling" (Standradfahren im Wasser) erlebten derzeit einen Boom, den man in Kempen berücksichtigen wolle.

Damit sich die Schwimmer und Kursteilnehmer nicht stören, wird der Fitnessbereich vom Schwimmbecken durch eine Wand abgetrennt. Kostenlose Wassergymnastik in den Zeiten, in denen das Bad nur wenig frequentiert wird, soll die bezahlten Kurse ergänzen.

Rechts der alte Gebäudeteil mit Schwimmhalle aus den 70er Jahren, links der sanierte Bereich, an den angebaut werden soll. FOTO: Rottmann

Insgesamt soll das aqua sol "allwettertauglicher" werden. Dazu gehört, dass zwischen der neuen Halle und dem Freibadbereich ein geräumiger Wintergarten entsteht, in dem sich die Badbesucher auch in der kalten Jahreszeit aufhalten können.

Auf die Barrierefreiheit für gehbehinderte Besucher legen die Stadtwerke großen Wert. Zukünftig sollen alle Badebereiche auf einer Ebene liegen; das Treppensteigen entfällt, mit Ausnahme des Restaurants und des Saunabereichs.

Erhalten bleiben die Gebäudeteile des Aqua sol, in denen sich jetzt das Kinderbecken und der Solebereich befinden. Allerdings soll der Kinderspielbereich ausgedehnt und mehr ins Zentrum gerückt werden. Dafür entfällt der "Wasserfall" am Solebecken.

Die sehr beliebte Rutsche des Aqua sol wird erhalten bleiben. "Voraussichtlich werden wir das alte Modell, das immerhin auch schon dreißig Jahre alt ist, entsorgen und eine komplett neue Rutsche am Neubau errichten", so Siegfried Ferling.

Bis ins Detail haben die Planer die Zukunft des Aqua sol in den Blick genommen. So sollen die Saunazeiten geändert werden (täglich eine Stunde früher geöffnet, dafür wochentags eine Stunde früher geschlossen). Ein kostenloses Frühstück soll den Saunabesuchern die früheren Öffnungszeiten schmackhaft machen.

Nach dem Umbau sollen die Zeiten von 6.30 bis 8 Uhr für Frühschwimmer reserviert werden. Die Freibadsaison wird verkürzt, sie soll ab 2020 nur noch die Monate Juni, Juli und August umfassen.

Ein Grund dafür: "Das Nutzungsverhalten der Besucher hat sich geändert." In den Monaten Mai und September sei das Freibad relativ schlecht besucht. Und auch an den heißen Tagen im Hochsommer kämen nicht mehr so viele Besucher wie früher.

Trotzdem sei das Kempener Freibad mit einer Kapazität für 5000 bis 6000 Besucher am Tag weiterhin sehr großzügig ausgelegt - auch nach dem Umbau.

Die Schwimmvereine würden den Wegfall des 50-Meter-Außenbeckens wohl kaum bedauern, so Wolfgang Werthschulte, Betriebsleiter des Aqua sol: "Das Training findet fast ausschließlich im 25-Meter-Becken statt." Auch dass nach dem Umbau nur noch im Freibad ein Sprungturm zur Verfügung steht, sei kein großer Verlust.

Von den Änderungen erhoffen sich Stadt und Stadtwerke nicht nur ein attraktiveres Bad für ältere Besucher (Wassergymnastik) und Familien (größerer Kinderbereich), sondern auch deutliche Energieeinsparungen durch den modernen Neubau und reduzierte Personalkosten durch eine bessere Übersichtlichkeit der Schwimmbereiche.

Entlassungen werde es jedoch nicht geben, so Siegfried Ferling. Lediglich die Mehrarbeit der Mitarbeiter solle reduziert werden.

Während des Umbaus müssen die Besucher nicht mit großen Einschränkungen rechnen. Bis das neue Hallenbad fertig ist, geht der Badebetrieb im alten Becken weiter. Ob die alte Schwimmhalle nach dem Umbau abgerissen wird oder eine andere Nutzung in Frage kommt, steht nach Angaben der Stadtwerke noch nicht fest.

 

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