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RE7 auf dem Weg nach Krefeld
Zugunfall durch Kommunikationspannen?

RE7 auf dem Weg nach Krefeld: Zugunfall durch Kommunikationspannen?
FOTO: Stephan Beier
Meerbusch/Krefeld. Eine Serie von Kommunikationspannen zwischen zwei Stellwerken könnte zu dem schweren Zugunglück des RE7 auf dem Weg nach Krefeld geführt haben.

Bei dem Zusammenstoß zwischen dem RE7 und einem gerade anrollenden Güterzug waren am vergangenen Dienstag 41 Menschen verletzt worden.

ach Recherchen des Kölner Stadt-Anzeigers hat der Fahrdienstleiter des Stellwerks in Osterath seinem Kollegen an der Abzweigung Weißenberg auf dessen Anfrage eine falsche Information übermittelt: Der Gleisabschnitt, den der RE7 von Köln nach Krefeld befahren wollte, sei frei.

Das war ein Irrtum: In diesem Abschnitt stand zu diesem Zeitpunkt der Güterzug, auf den der RE wenig später auffuhr. Warum dem Fahrdienstleiter offenbar dieser Fehler unterlief, ermittelt die Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchungen.

Der Fahrdienstleiter in Weißenberg hat dem Regional-Express dann per Befehl die Freigabe erteilt, obwohl das Signal weiter auf Rot stand und es sich auf normalem Wege nicht umschalten ließ. Eine erneute Rückfrage bei seinem Kollegen hat es offenbar nicht gegeben.

Nach Informationen der Zeitung hatten die Fahrdienstleiter auf beiden Stellwerken relativ wenig Berufserfahrung. Sie sollen als Quereinsteiger aus anderen meist technischen Berufen zur Deutschen Bahn gewechselt sein – ein wegen des Fachkräftemangels durchaus übliches Verfahren. Die Ausbildung für Quereinsteiger dauert zwischen fünf und sechs Monate, eine Regelausbildung für die Arbeit auf einem Stellwerk bis zu drei Jahre.

Das Unglück hätte nach Informationen der Zeitung wesentlich schlimmere Folgen haben können. Dass der Aufprall des Regional-Express auf den Güterzug vergleichsweise glimpflich ablief, liege auch daran, dass der (leere) Güterzug kurz zuvor grünes Licht bekommen hatte und schon losgefahren war.

So war der Personenzug nicht auf ein stehendes Hindernis aufgeprallt.