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Bürgeranleihe für Sportstätten?
Würden Sie der Stadt Kredit geben?

Bürgeranleihe für Sportstätten?: Würden Sie der Stadt Kredit geben?
Die Rheinlandhalle muss gerade für 150.000 Euro repariert werden. FOTO: Stadt Krefeld
Krefeld. Bei Krefelds Sportanlagen herrscht Investitionsstau. Die Grünen schlagen nun vor, bei dringend nötigen Sanierungen Anleihen an Krefelder Bürger auszugeben und so auch die Identifikation der Krefelder mit ihrer Heimatstadt zu stärken. Von Jan Popp-Sewing


Krefelds Sportanlagen haben einen Sanierungsbedarf in Millionenhöhe. Sportplätze, Turnhallen, Eishallen, Bockumer Badezentrum, der Elfrather See - überall wird das knappe Geld der Stadt gebraucht. Die Grünen schlagen nun vor, die Investitionen doch einfach von daran interessierten Bürgern vorfinanzieren zu lassen - in Form von Anleihen.

D.h. eine örtliche Bank würde Geld einsammeln und an die Stadt als Kredit weiterleiten. Aus den Zinsen, die die Stadt dafür zahlt, könnten die Kleinanleger jahrelang eine attraktive Rendite erhalten. "Wir glauben, dass Bürger dazu bereit sind", sagt Grünen-Fraktionschefin Heidi Matthias.

Das habe zudem den Vorteil, dass Bürger sich mehr mit ihrer Stadt identifizieren. Das Prinzip funktioniert: Die SWK Mobil hat sich auf diesem Weg bereits zwei Niederflur-Straßenbahnen von 500 Krefeldern finanzieren lassen, die dafür vier Millionen Euro bereitstellten.

Im Gegenzug zu den Sanierungen sollte die Zahl der Bezirkssportanlagen in Abstimmung mit den Sportvereinen reduziert werden, so die Grünen. Heidi Matthias spricht von "Gesundschrumpfen". Aufgegebene Anlagen könnten verkauft und neu bebaut werden - der Erlös solle aber nicht in den Haushalt fließen, sondern Sportvereinen zu Gute kommen.

Weitere Vorschläge der Grünen:
Mehr Fahrradstraßen, weniger Bezirksvertretungen und sechs neue Stellen bei der freien Jugendarbeit.

Die Idee der kommunalen Bürger-anleihe ist umstritten. Denn Kommunen könnten sich Geld auf dem Kapitalmarkt auch quasi "zum Nulltarif" besorgen, so der Steuerzahlerbund. Die Finanzierung durch Bank und Bürger hätte zwar einen emotionalen Effekt, wäre für die Stadt aber letztlich teurer.