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Polizeipräsident legt Zahlen vor
Weniger Verbrechen in Krefeld

Polizeistreife im Hauptbahnhof
Polizeistreife im Hauptbahnhof FOTO: Popp-Sewing
Krefeld. Polizeipräsident Rainer Furth zieht eine ungewöhnlich positive Bilanz der ersten drei Quartale. Die Polizei habe sich durch konsequentes Einschreiten wieder Respekt verschaffen können. Von Jan Popp-Sewing

Weniger Überfälle, weniger Gewalttaten, weniger Einbrüche - sogar weniger Fahrraddiebstähle. Die Zahlen, die Polizeipräsident Rainer Furth für Krefeld vorlegt, machen Mut: Bei den wichtigsten Delikten meldet die Polizei in den ersten neun Monaten des Jahres in Krefeld deutliche Rückgänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
 - Die Zahl der angezeigten Gewaltdelikte sank um zehn Prozent von 550 auf 494.
- Bei der Straßenkriminalität beträgt der Rückgang 606 Fälle, von 4196 auf 3590 (minus 14,4%).
- Auffallend stark ist das Abebben der Einbruchswelle: 386 Wohnungseinbrüche verzeichnen die Beamten in den ersten neun Monaten, 160 weniger als 2016. Ein Rückgang um üppige 29,3 Prozent. Fast jeder vierte Einbruch konnte zudem aufgeklärt werden.
- Die Zahl der Raubdelikte ging von 169 auf 130 zurück.
- 951 Fahrräder wurden gestohlen, im vergangenen Jahr waren es im Vergleichszeitraum 1212 (minus 21,5%).

Besonders freut Furth die insgesamt hohe Aufklärungsquote von 58 Prozent, wenn man alle Straftaten mit einbezieht.

Ihren Platz als schnellste Polizei in ganz NRW (wenn ein Täter am Tatort gemeldet wird) konnten die Krefelder Beamten verteidigen. Innerhalb von drei Minuten und 31 Sekunden ist in solchen Fällen ein Polizist im Durchschnitt am Tatort. Dabei sind speziell die Fahrradstreifen hilfreich.
Furth erklärt sich die gute Zahlen durch eine stärkere Präsenz der Beamten in den zentralen Stadtteilen, ohne dass andere Aufgaben vernachlässigt worden seien.

Dank der Unterstützung durch Beamte von NRW-Einsatzhundertschaften, Zoll und städtischem Ordnungsdienst sei man in der Lage Großkontrollen zu stemmen. Damit erwische man nicht nur Straftäter, sondern bekomme auch wichtige Erkenntnisse - und sende ein Signal an die Kriminellen.

Konsequentes Vorgehen der Polizei ist für Furth entscheidend: "Die Polizei darf nicht wegsehen". Als Beispiel nennt er den "Stinkefinger", den jemand einer Streifenwagenbesatzung zeigt, weil er sich denkt "die haben eh keine Zeit".

Dass so jemand dann trotzdem angehalten wird und eine Anzeige wegen Beleidigung bekommt, zeige Wirkung. Furth: "Die die uns Probleme machen merken, die Polizei lässt nicht mit sich spaßen". Die Beamten hätten sich wieder Respekt verschafft. Das zahle sich aus.

Extrem wichtig ist dem Polizeichef der Kontakt zu Vereinen und Bürgern - gerade über den regen und äußert informativen Facebook-Account der Polizei.
Furth ist sicher, dass das Konzept Früchte trägt: "Wir machen so weiter".