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Phantombilder der Täter
Tödlicher Überfall

Tödlicher Überfall
Phantombilder der beiden Täter. Der rechte hat ein auffällig vernarbtes Gesicht. Beide Täter sind südländischen Typs. FOTO: Polizei, Repro:Müller
Krefeld . Die 84-jährige Passantin, die am 4. Oktober Opfer eines Handtaschenraubes wurde, ist an den Folgen der Tat verstorben. Die Staatsanwaltschaft setzt 5000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise aus. Phantombilder der beiden Täter liegen vor. Von Ernst Müller


Gesucht werden zwei junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren, ca. 1,75 Meter groß, mit dunklem Teint, südländischem Aussehen. Der ältere hat ein auffällig vernarbtes Gesicht. "Wie von Akne gezeichnet", erklärt Gerd Hoppmann, Leiter der ermittelnden Mordkommission. Der jüngere trug eine sogenannte "side-out-Frisur", also an den Seiten sehr kurz geschnitten. Beide waren mit Fahrrädern in Fischeln unterwegs.


Am 4. Oktober hob das 84-jährige Opfer an der Sparkasse an der Kölner Straße 600 Euro ab und steckte sie in ihre Handtasche. Diese befestigte sie am Griff ihres Rollators.


Obgleich die Dame schlecht zu Fuß war - sie kam von der Dialyse beim Arzt - besuchte sie noch den Penny-Markt und eine Apotheke und ging dann mit ihrem Rollator ca. einen Kilometer zum Hanninxweg.


Später konnte sie der Polizei noch angeben, dass zwei Männer auf Fahrrädern auf der Fahrbahn auf und ab gefahren sind. Offenbar haben sie ihr späteres Opfer ins Visier genommen.


Plötzlich - um 17.30 Uhr - riss ihr ein Täter die Handtasche weg, die am Griff des Rollators festgezurrt war. Die Dame stürzte und verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Ein zufällig passierender Jogger und eine Anwohnerin halfen ihr und riefen einen Krankenwagen.


Im Krankenhaus konnte die Dame Tage später von der Polizei vernommen werden. Dabei machte sie die Angaben zum Tathergang.


Am 17. Oktober jedoch verstarb die alte Dame. Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk: "Die Obduktion ergab, dass der Tod in einem kausalen Zusammenhang mit der Tat steht." Die 84-Jährige hatte eine schwere Kopfverletzung mit Hirnblutung davon getragen. Die Staatsanwaltschaft änderte darauf hin den Tatvorwurf von Raub auf Raub mit Todesfolge. Stelmaszczyk: "Darauf steht wie bei Mord Lebenslänglich bzw. Gefängnis nicht unter zehn Jahre."


Die Ermittlung der Mordkommission ergab, dass die Täter die geraubte Handtasche im Fischelner Stadtpark, Nähe Schrebergärten, ins Gebüsch geworfen hatten.


Dabei hatten sie zwei junge Damen beobachtet. Die 20- und 23 Jahre alten Frauen sahen zwei Männer auf Fahrrädern aus Richtung Bad kommen. Es war schon dämmrig, an den Rädern war das Licht an. Die Männer lehnten ihre Räder an einen Baum und verschwanden im Gebüsch. Erst nach 10 Minuten tauchten sie wieder auf. Sie blickten den beiden Zeuginnen ins Gesicht, sodass diese sie der Polizei genau beschreiben konnten. Einer der beiden, der ein grünes Damenrad fuhr, sagte zu ihnen u.a. noch "Tschüss". Er sprach ein gebrochenes Deutsch. Nach dem Eindruck der Zeuginnen schienen die beiden Männer aus Nord- oder Ostafrika oder Syrien zu stammen.