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„Skala“ gegen Einbrüche

„Skala“ gegen Einbrüche
FOTO: Samla
Krefeld. Seit Anfang diesen Jahres nutzt die Krefelder Polizei das "System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation" (kurz Skala) als neues Instrument zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen. Schwerpunkt-Quartiere können so genauer definiert und besser gesichert werden.
 
Von Jörg Zellen

"Krefeld gefällt mir heute nicht". Dies sollen möglichst viele "reisende Täter" denken, die beabsichtigen, in der Seidenstadt einen Wohnungseinbruch zu begehen. Auf dem Weg zu diesem Ziel soll der Krefelder Polizei zukünftig das "System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation" (kurz Skala) helfen.

Seit Anfang Januar nutzen die hiesigen Beamten die neue Software, die es möglich macht, Prognosen für mögliche Einbruchs-Tatorte zu erstellen. "Es geht dabei natürlich nicht um die Vorhersage einzelner Taten", sagt Kriminaldirektor Karlheinz Winkler, Leiter der Direktion Kriminalität, und ergänzt: "Skala dient aber der Prävention." 

Ins System eingepflegt wird jeder gemeldete Einbruch bzw. Einbruchsversuch. Die Daten werden ans Landeskriminalamt übermittelt, welches den Kollegen in Krefeld wöchentlich eine Übersicht mit drei so genannten "Prognosegebieten" zur Verfügung stellt.

"Krefeld ist in 229 Wohnquartiere unterteilt. Jede Woche werden die Top 3-Gebiete ermittelt, in denen eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit prognostiziert wird", berichtet Andreas Dallmann, Leiter der "EG Dämmerung". Die Bewertung der Prognosen erfolgt in Krefeld.

Sollten die Beamten den Einschätzungen zustimmen, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Verstärkte Streifendienste, zivile Überwachung oder aber Kontroll- und Anhaltestellen für Pkw können die Folge sein. "Eine zehnminütige Bestreifung kann schon dafür sorgen, dass ein Einbrecher die Lust verliert in Krefeld tätig zu werden", so Dallmann. 

Karlheinz Winkler legt großen Wert darauf, dass die Beamten vor Ort entscheiden, ob und wie sie mit den "Skala"-Ergebnissen umgehen. "Das polizeiliche Erfahrungswissen bleibt zentral", sagt der Kriminaldirektor, der sich dennoch darüber freut, dass "Skala" nun auch in Krefeld eingesetzt wird. Kein Wunder: Die neue Software soll eine drei- bis vierfache höhere Einbruchswahrscheinlichkeit in ausgewählten Prognosegebieten vorhersagen können.