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Seidenweberhaus-Ende naht

Seidenweberhaus-Ende naht
FOTO: Archiv
Krefeld. Die Verwaltung wird dem Rat der Stadt Krefeld vorschlagen, gemeinsam mit einem privaten Investor eine neue Veranstaltungshalle an einem alternativen Standort zu bauen. Das Seidenweberhaus wird wohl abgerissen. Der Theaterplatz soll attraktiver werden.
 
Von Jörg Zellen

Oberbürgermeister Frank Meyer macht keinen Hehl daraus, dass er es leid ist, immer nur über das Seidenweberhaus zu reden und zu diskutieren, statt zu handeln. So wundert es nicht, dass er das nun vorliegende Gutachten der Beratungsgesellschaft ICG als "ganz wichtigen Meilenstein in der Diskussion um den Theaterplatz und eine Veranstaltungshalle für Krefeld" bezeichnet.

Das ICG-Team um Professor Dieter Haselbach hat eine eindeutige Präferenz. ICG schlägt der Stadt vor, gemeinsam mit einem privaten Investor eine neue Veranstaltungsstätte an einem alternativen Standort zu bauen. Zwei große Säle mit einer Kapazität von 1000-1100 Plätzen sowie 300-350 Plätzen, einem einladenden Foyer sowie einem Tagungsbereich sollen untergebracht werden.

"Eine solche Halle muss nicht zwangsläufig in der Innenstadt sein, sie muss vor allem gut zu erreichen sein", sagt Haselbach mit Blick auf das beispielhaft geprüfte Kesselhaus im Mies van der Rohe Business Park. OB Meyer betont, dass das Kesselhaus eine "sehr interessante Variante" sei, die Entscheidung über den Standort für einen Neubau jedoch "ergebnisoffen" geführt werde.

Voraussetzung ist nun zunächst einmal ein politischer Beschluss. Sollte sich eine Mehrheit für die von der Verwaltung befürwortete Version finden, so muss das Projekt zwingend europaweit ausgeschrieben werden. "Ich hoffe sehr, dass wir die Krefelder Krankheit besiegen und dieses Gutachten nicht wieder für zehn Jahre in der Schublade verschwindet. Wir müssen jetzt am Ball bleiben, die Vorlage nutzen und den Ball ins Tor schießen", forderte Fußballfan Frank Meyer bildhaft.

Wie die Zukunft des Theaterplatzes aussieht, ist noch offen. Planungsdezernent Martin Linne kann sich dort einen kleineren Verwaltungs- und Bürotrakt samt Bürgerservice und Gastronomie im Erdgeschoss vorstellen. OB Meyer wünscht sich, dass durch die neue Nutzung eine Stärkung der Innenstadt erfolgt.