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Krefelderin fast erschlagen
Schutzengel beim Zugunglück

Krefelderin fast erschlagen: Schutzengel beim Zugunglück
Andrea G.fuhr zum Unglückszeitpunkt mit dem rad durch die Unterführung Voltastraße. FOTO: jps
Krefeld. Der Zugunfall von Freitag ist dramatischer verlaufen als bisher bekannt. Um ein Haar wäre eine Radfahrerin von Trümmern erschlagen worden. Von Jan Popp-Sewing

Pendler am Niederrhein brauchen zurzeit starke Nerven. Ein entgleister Güterzug der Hafenbahn hat die Strecke von Krefeld nach Düsseldorf schwer beschädigt. Die Züge von und zur Landeshauptstadt fahren eine weiträumige Umleitung über Oppum, Uerdingen und Duisburg.

Wie jetzt bekannt wurde, hätte das Unglück noch wesentlich schlimmer ausgehen können: Andrea G.*) war Freitag Früh mit dem Rad unterwegs zur Arbeit im Helios-Krankenhaus. Als sie die Voltastraßen-Unterführung passierte, hörte sie ein lautes Quietschen, "ein fürchterliches Geräusch", wie sie dem Stadt Spiegel erzählt. Sekundenbruchteile später sprühten vor ihr Funken.

Die entgleisten Waggons hatten die Starkstrom führende Oberleitung und Teile der Brücke abgerissen. Sie krachten nun mehrere Meter tiefer auf Bürgersteig und Fahrbahn der Voltastraße und formten ein Knäuel aus Metall und Beton.

"Ich bremste ab, stürzte mit dem Fahrrad circa einen Meter vor der Einsturzstelle und kam mit Schock und Prellungen davon", erzählt Andrea G. Von einem vor der Barriere gestoppten Lieferwagenfahrer bekam sie erstmal einen Schluck Wasser auf den Schreck.

Sie hat in diesem Moment buchstäblich einen Schutzengel gehabt. Minuten später war die Polizei vor Ort und sperrte die Unterführung.

Laut Bahn wird die Strecke im Lauf des Sonntags wieder freigegeben. "Wir sind optimistisch, dass das klappt", so ein Bahnsprecher. Der umgerissene Oberleitungsmast wird gerade wieder aufgebaut. Die beschädigten Schienen werden ersetzt. Über die Kosten liegen noch keine Angaben vor.

*) Wir haben den Namen der Krefelderin auf ihren Wunsch hin abgekürzt.

(StadtSpiegel)