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SWK setzt auf Hybrid
"Saubere-Flotte" mit Formel 1-Prinzip

SWK setzt auf Hybrid: "Saubere-Flotte" mit Formel 1-Prinzip
FOTO: Samla
Krefeld. Die Stadtwerke Krefeld dürfen zehn Hybrid-Busse der neuesten Generation ihr Eigen nennen. "Damit tragen wir zu einer Reduzierung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung in Krefeld bei", verkündet SWK-Sprecher Carsten Liedtke Von Peter Reuter

 

Bereits vor acht Jahren haben die Stadtwerke Krefeld die ersten Hybrid-Busse angeschafft und waren damit eines der ersten Stadtwerke in der Bundesrepublik, dass diesen Schritt in dieser Größenordnung ging. Damals waren die Modelle noch so etwas wie Sonderanfertigungen. Doch in den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich die Technologie enorm weiterentwickelt.

"Mit unseren zehn neuen Fahrzeugen tragen wir dem technischen Fortschritt auf diesem Gebiet Rechnung", erklärt SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke. Rund drei Millionen Euro wurden in die 159 Personen fassenden Gelenkbusse des Modells "Citaro" von Mercedes-Benz investiert, die sich nun in die 90 Busse zählende Flotte einreihen.

Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um so genannte Mild-Hybridbusse. Ein Elektromotor mit 14 Kilowatt Leistung dient praktisch als Unterstützung für den herkömmlichen Verbrennungsmotor. Vor allem beim energieintensiven Anfahren und Bremsen.

"Der Elektromotor arbeitet beim Verzögern des Omnibusses als Generator und wandelt Bremsenergie in Strom um. Dieser Strom steht dem Elektromotor zur Unterstützung des Verbrennungsmotors vor allem bei Anfahren zur Verfügung", weiß Burkhard Kuphal, Leiter Technischer Bereich SWK Mobil, zu berichten. Es sei das gleiche Prinzip wie in der Formel 1. "Nur, dass wir die Energie nicht in Geschwindigkeit umwandeln, sondern sie für die Entlastung nutzen", so Kuphal.

Emissionswerte und Verbrauch sinken

Und das schlägt sich vor allem auf die Emissionswerte nieder. Von anfänglich 1,1 und 14,4 Gramm Feinstaub und Stickstoffoxid pro Kilowattstunde (1990) sanken die Werte mit Anschaffung der ersten Hybrid-Generation (2008) auf 0,02 und 2. Bei der neuesten Generation sind es sogar nur noch 0,01 und 0,4 Milligramm.

"In Gebieten, wo die Feinstaubbelastung sehr hoch ist, ist teilweise das, was von außen angesaugt wurde durch die Filter nachher sauberer als vorher", meint Hans-Martin Rosin von der EvoBus GmbH (Daimler). Insgesamt konnte der Stickoxid-Ausstoß der gesamten SWK-Busflotte seit 2010 um rund 66 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus ist auch der Diesel-Verbrauch von über 50 Litern auf 40 Liter pro 100 Kilometer gesunken.

Ein Schritt in die richtige Richtung, der nicht der letzte sein soll. "Wir haben natürlich auch die Elektromobilität im Blick. In vielen Bereichen tut sich gerade sehr viel. Deswegen arbeiten wir seit diesem Jahr auch mit der Hochschule Niederrhein zusammen. Bei diesem Projekt geht es um das Potenzial und die Nutzbarkeit von Elektrobussen", sagt Liedtke. 

Anfang 2019 wird die SWK im Rahmen des Projektes eine Woche lang einen Elektrobus unter Praxisbedingungen testen.