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Krefelder Zoo verstärkt seine "Krankenstation"
Röntgen im Stall

Krefelder Zoo verstärkt seine "Krankenstation": Röntgen im Stall
Das mobile Röntgengerät besteht aus mehreren Teilen: Die Tierärzte Anna Grewer (l.) und Dr. Stefanie Markowski zeigen die Röntgenröhre, Friedrich R. Berlemann (r.) von den Zoofreunden die Aufnahmeplatte und Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen (Mitte) das fertige Bild, das auf dem Bildschirm des Laptops erscheint. FOTO: Müller
Krefeld . Ob Schildkröte, Antilope, Affe oder Pelikan - auch die Tiere des Krefelder Zoos müssen zuweilen geröntgt werden. Seit Neuestem verfügt die Veterinärstation über ein tragbares Röntgengerät. Es erleichtert den Veterinären die Arbeit und den kranken Tieren die Behandlung. Von Ernst Müller

 

Selten bekam die Tierarztstation im Krefelder Zoo so dicht gedrängten Besuch. Viele neugierige Männer und Frauen wollten an diesem Montag die neuen Gerätschaften in Augenschein nehmen. "Das sind die großzügigen Sponsoren", erläutert Friedrich R. Berlemann, Vorsitzender der Zoofreunde. Diese hatten einen Aufruf gestartet, um das Röntgengerät finanzieren zu können. 15.000 Euro kamen daraufhin zusammen. Alles Spenden von Privatpersonen, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt.


"Weil das Gerät 30.000 Euro kostet, haben die Zoofreunde aus dem Tierpatengeld noch 15.000 Euro hinzugefügt", erklärt Berlemann. 650 Paten haben derzeit eine einjährige oder dauerhafte Patenschaft für ein Tier übernommen.


Mit dem Geld konnten die Tierärztinnen Dr. Stefanie Markowski und Anna Grewer ein Gerät anschaffen, das auf die Bedürfnisse des Zoos zugeschnitten ist:


Der Lichtkegel aus einer Röntgenröhre richtet sich präzise auf das entsprechende Körperteil des Tieres. Die Aufnahme im Stall wird auf eine Röntgenplatte projiziert, die an Ort und Stelle in ein Lesegerät geschoben wird. "In weniger als einer Minute erscheint die Aufnahme auf dem Bildschirm unseres Laptops", freut sich Dr. Markowski.


Die Untersuchung im Tierstall und die Geschwindigkeit bringt den kranken Tieren große Vorteile: "Wir können bei gefährlichen Tieren die Narkosezeiten gering halten, die Tiere verbleiben während der Untersuchung in ihrer gewohnten Umgebung und brauchen nicht transportiert werden", unterstreicht Dr. Markowski. Überdies kann das narkotisierte Tier nach Feststellung der Beschwerde sofort behandelt werden.


Bisher musste ein krankes Tier für eine Röntgenaufnahme zum stationären Tierarzt gebracht werden oder der Kollege musste mit seinem Equipment in den Zoo kommen.
Für Röntgenaufnahmen bei Tieren gibt es viele Gründe: "Wir brauchen Röntgenaufnahmen, wenn eine Antilope humpelt oder der Verdacht besteht, dass ein Tier einen Fremdkörper aufgenommen hat", gibt Dr. Markowski Beispiele. Aber auch bei Zahn- oder Lungenerkrankungen sind Aufnahmen unerlässlich.


"Vor vier Jahren haben wir die Veterinärstation eingerichtet und einen festen Tierarzt installiert", erinnert Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen an die Anfänge des eigenen "Krankenhauses". Erste wichtige Anschaffung war ein Narkosegerät. Die mobile Röntgenstation wertet die tierärztliche Versorgung nun weiter auf.