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Landgericht Krefeld
Raubmordprozess gegen Fünfer-Bande

Landgericht Krefeld: Raubmordprozess gegen Fünfer-Bande
FOTO: Samla
Krefeld. Am Dienstag beginnt der Prozess um Krefelds spektakulärsten Mordfall der vergangenen Jahre. Vor dem Landgericht Krefeld müssen sich vier Männer und eine Frau verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen 79-jährigen Rentner umgebracht zu haben - aus Habgier.
 
Von Jan Popp-Sewing

Werner L. lebte zurückgezogen inmitten einer Sammlung von Metall-Antiquitäten in einer Mietwohnung an der Drießendorfer Straße. Ende Oktober wurde dort seine Leiche gefunden - umwickelt mit Klebeband. Der Rentner war erstickt. Es war ein Raubmord.

Es folgte eine Öffentlichkeitsfahndung - am Ende gingen 168 Hinweise bei der Mordkommission ein. Der entscheidende Hinweis kam dann dvon der Kriminalrechnik: Die Polizei konnte am Klebeband und am Ärmel des Toten winzige DNA-Spuren am Tatort sichern. Durch erheblichen technischen Aufwand konnte die DNA drei der nun Angeklagten zugeschrieben werden. Die drei Mordverdächtigen sind 35, 40 und 42 Jahre alt. Hinzu kommt ein 27-Jähriger und eine 53 Jahre alte Frau. Es handelt sich um polnische Staatsbürger, die legal in Krefeld, Bochum und Solingen leben.

Die Täter sollen durch einen Trick in die Wohnung gelang sein: Einer gab sich als Lieferant aus und klingelte. Als Werner L. die Tür öffnete, sollen drei der Männer auf ihn zugestürmt sein, ihn überwältigt und so mit Klebeband umwickelt haben, dass der Rentner keine Luft mehr bekam.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, mit dem Tod des Rentner gerechnet oder diesen zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Nachdem sie den Tod ihres Opfers bemerkt hatten, sollen die Täter mit einigen Antiquitäten aus der Wohnung geflüchtet sein. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht den Angeklagten lebenslange Haft. Zwei Angeklagten wird datrüberhinaus noch ein Einbruch in Krefeld zur Last gelegt, bei dem sie Schmuck und Uhren für 20.000 Euro entwendet haben sollen.

Die Polizei konnte ihre Ermittlungsergebnisse im Januar präsentieren. Kurz zuvor waren die nun Angeklagten festgenommen worden.