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80.000 Euro Einnahmen erwartet
Plan der Stadt: Zoobesucher sollen Parkgebühren zahlen

80.000 Euro Einnahmen erwartet: Plan der Stadt: Zoobesucher sollen Parkgebühren zahlen
Der Parkplatz am Zoo könnte gebührenpflichtig werden. Der Zoo ist strikt dagegen. FOTO: SAmla
Krefeld. Mehr als 500.000 Besucher zählt der Krefelder Zoo pro Jahr. Ein Großteil kommt per Auto und nutzt den kostenlosen Großparkplatz direkt am Eingang. Diese Besucher möchte die Stadt jetzt mit Parkgebühren zur Kasse bitten. Der Zoo-Chef hält das für "extrem unüberlegt". Von Jan Popp-Sewing


Bei den Eintrittspreisen gilt der Krefelder Zoo als vergleichsweise günstig. Erwachsene zahlen 11,50 Euro pro Tag, Kinder 6,50 Euro. Kleinkinder bis drei Jahre können Erdmännchen, Elefanten, Pinguine & Co. kostenlos sehen. Ab vier Besuchen lohnen sich bereits Jahreskarten. Hinzu kommen günstige Gruppentarife.

Weiterer Vorteil: Mehrere hundert kostenlose Parkplätze liegen vor dem Zoo-Tor auf dem Parkplatz P1 an der Eichendorffstraße. Sie werden auch von Patienten der nahen Praxen genutzt. Und von Pendlern, die hier in die Straßenbahn Richtung City wechseln.

Hier sieht die Stadtverwaltung eine Einnahmequelle: 80.000 Euro sollen die Parkgebühren pro Jahr bringen. Die Aufstellung der Automaten würde zunächst 24.000 Euro kosten.

Die Stadt schlägt vor, von am Zoo parkenden Bürgern eine Gebühr von 50 Cent für 30 Minuten zu erheben. Maximal sollen soll pro Tag fünf Euro fällig werden. Ein Zoobesuch mit dem Auto von etwas über zwei Stunden würde somit 2,50 Euro mehr kosten. Die Politik müsste dem Plan zustimmen.

"Das ist eine indirekte Preiserhöhung", warnt Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen. Er kritisiert, dass die Stadt die Bedenken des Zoos dabei nicht berücksichtigt hat. Dreßen geht davon aus, das Parkgebühren dort zu einer Verdrängung der Autofahrer in die Nebenstraßen führen würden.

Die Folge wären mehr Parksuchverkehr und längere Fußwege für viele Besucher, die sich dann in Richtung der weiter kostenlosen Plätze P2 und P3 orientieren würden. Zurzeit treten solche Situationen nur auf, wenn der Andrang besonders groß ist: Etwa an Sommersonntagen, wenn 3000 bis 4000 Besucher in den Zoo strömen.

Denkbar wäre, dass der Zoo seinen Besuchern die Parkgebühren erstattet. "Das würde allerdings einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeuten", sagt Dreßen. Der Zoodirektor hofft nun, dass die Politik den Plan stoppt. Am Donnerstag,12. Oktober, kommt das Thema in die Bezirksvertretung Ost (ab 17 Uhr, Rathaus Bockum, Uerdinger Straße 585).

(Stadt Spiegel Krefeld)