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Pflaster erneuert
Neusser Straße: Nach 14 Jahren endlich fertig

Neusser Straße: Nach 14 Jahren endlich fertig
Neusser Straße: Nach 14 Jahren endlich fertig FOTO: jps
Krefeld. Manchmal dauert's etwas länger. Seit 2003 fordern Händler und Vereine die Sanierung der Fußgängerzone Neusser Straße. 2005 stellte die Stadt Geld bereit. Nun sind die Arbeiten fertig. Das Warten hat sich gelohnt. Von Jan Popp-Sewing

"Es war ein Weg über Berg- und Tal, und bei Regen bildeten sich Seen", erinnert Hartmut Janßen, Sprecher des Aktionskreises Hansaviertel, an die Neusser Straße vor der Sanierung - diese Zeiten sind vorbei: "Jetzt macht es wieder richtig Freude, über die Neusser Straße zu gehen". Zur Erleichterung der Händler wurden die seit Mai stockenden Arbeiten nun noch vor Weihnachten abgeschlossen.

Doch nicht nur das ebene Pflaster mit den Blinden-Leitstreifen ist neu: Diverse senioren- und behindertengerechte Bänke laden zum Verschnaufen ein, das Glockenspiel auf dem Platz vor dem Sinn-Haus erklingt regelmäßig - und die Außengastronomie hat nun extra viel Platz.

"Wir sind einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen", betont OB Frank Meyer und unterstrich, dass das nur durch das gemeinsame Engagement von Verwaltung, Bezirkspolitikern, Händlern, Vereinen und Bürgern möglich gewesen sei.

Aber warum enden die Arbeiten erst jetzt? Rückblende 2005: Die Haushaltsmittel zur Straßensanierung stehen zwar bereit, werden aber nicht abgerufen, da nicht klar ist, wie es mit dem Stadtbad weitergehen soll.

Einen Schub bekommt die Straße dann erst 2009 durch die Einweihung des Platzes vor Saturn und Sinnhaus. 2013 erfolgt die Sanierung des Neusser-Straßen-Abschnitts zum Südwall hin. 2014 wird das Glockenspiel aufgestellt.    

Im Oktober 2016 sollte dann der Endspurt beginnen: Das Stück zum Hansacentrum und angrenzende Abschnitte der Gladbacher- und  Hansastraße sollte bis Mai 2017 neu gepflastert werden und mit Bänken ausgestattet werden.

Doch die Baufirma ging pleite. Auf der Straße klafften offene Baugruben, während die Arbeiten neu vergeben wurden. Es vergingen weitere Monate bis zum Abschluss im Spätsommer.

Insgesamt kosteten Straßensanierung, Platzgestaltung und Glockenturm 1,35 Millionen Euro. Ein Großteil konnte aus Fördergeldern finanziert werden. Die Stuttgarter Versicherung als Bauherr des Saturn-Komplexes gab 100.000 Euro für den Platz vor dem Sinnhaus (dort steht jetzt auch ein respektabler Weihnachtsbaum).

Doch es geht noch weiter. Nun möchte die Stadt das Erscheinungsbild der Fußgängerzone weiter aufwerten. Anlieger sollen angesprochen werden, ob sie nicht die Graffitis an den Fassaden beseitigen lassen wollen - eventuell kann die Stadt durch Sammeln von Aufträgen bei einer Reinigungsfirma Sonderkonditionen bekommen.