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Ralf Krings
"Messdiener bleibt man lebenslang"

Ralf Krings: "Messdiener bleibt man lebenslang"
Fröhliche Gemeinschaft im Geiste Christi: Die Messdienerschaft der Gemeinde St. Michael in Lindental ist so zahlreich, dass nicht alle Mitglieder gleichzeitig „Dienstkleidung“ tragen könnten. Die Kinder und Jugendlichen bilden auch außerhalb der Gottesdienste eine Gemeinschaft, die sich in Gruppen regelmäßig trifft, Feste feiert und Ausflüge unternimmt. Aber auch ältere Menschen engagieren sich in der Messe. Ralf Krings (2.v.l. in Kutte) hat seit gut 20 Jahren die Leitung der Messdienerschaft inne. FOTO: Samla
Krefeld. Den wahrscheinlich ‧ältesten Messdiener von Krefeld begleitete der ‧Altardienst durch sein ‧Leben - nachfolgende Generationen und familiäre Ökumene inklusive. Von Ernst Müller

"Messdiener bleibt man sein Leben lang", sagt Ralf Krings. Meist allerdings stehen im katholischen Gottesdienst nur Kinder und Jugendliche neben dem Priester am Altar. Krings jedoch blieb dem Dienst satte 40 Jahre treu:

"Wenn einer der Jugendlichen fehlt, springe ich ein", erklärt der 50-Jährige.
In seiner Gemeinde St. Michael in Lindental hat der engagierte Katholik bereits vor 20 Jahren die Führung der Messdienerschaft übernommen. Offenkundig mit Erfolg: "Anfangs waren wir zwölf Messdiener, heute sind es rund 60", freut sich Krings, der in einer Feier von den Jugendlichen als "zweiter Vater" bezeichnet wurde. Da musste der "Senior" denn doch mit den Tränen kämpfen.
Eine besondere Freude dürfte sein, dass seine inzwischen erwachsenen Kinder und seit Neustem sogar sein zehnjähriger Enkel zur erlesenen Schar gehören. Drei Generationen der Familie Krings leisten nun Dienst am Altar. Eine Tradition der besonderen Art.

Dabei beließ es Krings nie beim bloßen "Mitmachen". Er persönlich setzte sich hinter die Nähmaschine und fertigte mit einem Team von Gemeindemitgliedern für die Messdiener weiße Kutten.

Eigentlich tragen die Messdiener Gewänder aus rotem oder schwarzem Stoff und weißen Überhängen. In St. Michael jedoch folgt man einer anderen Tradition: "Früher versahen Mönche aus dem Kloster am Blumenplatz bei uns den priesterlichen Dienst", erklärt Krings. In Würdigung dessen tragen die Messdiener heute noch Kutten, die an Mönchsgewänder erinnern.

Wenn neue Ministranten hinzukommen, werden sie im Gottesdienst feierlich begrüßt und "eingekleidet." Das verdeutlicht den Kindern, dass ihr Dienst ein ganz besonderer ist.

In der Tat: Die Aufgabe der "Messis", wie sich die Jugendlichen selber nennen, ist von hoher symbolischer Bedeutung. Sie tragen Brot und Wein zum Altar. Damit fungieren sie als Stellvertreter der ganzen Gemeinde. Denn eigentlich ist es die Gemeinde in ihrer Gesamtheit, die ihre Gaben zu Gott bringt.

In Arbeitskreisen werden die neuen Ministranten auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die älteren Jugendlichen fungieren dabei häufig als Leiter einer Kindergruppe. "Wir versuchen, den Kindern und Jugendlichen ein Halt zu sein", spricht Krings den pädagogischen Wert der Jugendgemeinschaft an.
Auch im Freizeitbereich vermag die Gemeinde St. Michael besondere Erlebnisse zu vermitteln. Ralf Krings macht sich nämlich des öfteren auf, den legendären Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela abzuwandern. Genau 799 Kilometer hat er das vorige Mal geschafft. Dabei dürfen ihn Messis begleiten. Ein Erlebnis, das zusammenschweißt.