| 18.19 Uhr

Krefelder Stadion
Mehrheit für Grotenburg-Sanierung

Diskussion über Grotenburg-Sanierung
Diskussion über Grotenburg-Sanierung FOTO: jps
Krefeld. Eine breite Mehrheit der Fraktionen hat sich für eine Sanierung der Grotenburg ausgesprochen. Ziel ist die Austragung von Drittligaspielen. Nun kann die Planungsphase starten. Das letzte Wort hat der Rat am 12. April.  Von Jan Popp-Sewing

Sport- und Finanzausschuss hatten am Mittwochabend in gemeinsamer Sitzung im Rathaus getagt. Wegen der wenigen freien Plätze wurde die Sitzung in einen Nachbarraum übertragen, wo circa 30 Zuschauer die Beiträge verfolgten.

Der Sportausschuss hat mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und UWG die "Herstellung der Drittligatauglichkeit" empfohlen. Linke und FDP stimmten dagegen. Aktuell schätzt die Verwaltung den Aufwand dafür auf rund 8,7 Millionen Euro. Das ist allerdings eine "Grobplanung".

Daher soll nun bis zur Ratssitzung am 12. April eine detailliertere Planung vorliegen. Die CDU wünscht sich einen Zeit- und Ablaufplan. Zudem wird die Verwaltung darstellen, wie die Mittel haushaltsrechtlich zu bewerten sind.

Es macht einen großen Unterschied, ob Geld nur einen kurzfristigen Nutzen (konsumtive Ausgaben, etwa für den Betrieb) oder längerfristig (investive Ausgaben, etwa eine neue Elektroanlage) ausgegeben wird. Das spielt auch bei der Bewerbung um Fördergelder eine große Rolle.   

Einig waren sich die Fraktionen, dass für eine Stadion-Sanierung keine Mittel aus der Förderung des Breitensports verwendet werden dürfen.

Ein Antrag der Linken, der auf eine Beteiligung des KFC Uerdingen (bzw. seines Hauptsponsors) an den Kosten abzielte, wurde abgelehnt.

In der etwa einstündigen Debatte hatte zunächst CDU-Fraktionschef Philibert Reuters für eine detailliertere Vorlage plädiert: "Wir wollen belastbare Zahlen und Fakten, um eine Güterabwägung vornehmen und dann entscheiden zu können".

FDP Fraktionschef Joachim C. Heitmann warnte davor, zu sehr auf die jetzt vorliegende Grobschätzung über 8,7 Mio zu vertrauen: "Da können auch schnell zehn draus werden". 

Immer wieder erinnerten Redner an das Planungsdebakel mit dem Kaiser-Wilhelm-Museum. Aus veranschlagten 4,7 Millionen Euro für die Kernsanierung wurden dort am Ende 17,5 Millionen.

Heitmann weiter: "Wo steht denn geschrieben, dass die Stadt einem Profiverein ein drittligataugliches Stadion zu Verfügung stellen muss?"    

SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen unterstrich, dass die Sozialdemokraten die drittligataugliche Spielstätte wollen. Ein sportlicher  Magnet, ein Leuchtturm, ein Highlight sei für die Stadt wichtig. Auch Winzen forderte einen detaillierteren Plan.

Thorsten Hansen (Grüne) bezeichnete die Grotenburg als "Schrottimmobilie". Und er kritisierte, dass "Bezirkssportanlagen in viel schlimmeren Zustand sind". Die jeweils eine Million, die nun pro Jahr in die Sportstätten fließen soll, sei zu wenig.

Wolfgang Emmerich (Die Linke) schlug vor, ein mobiles Stadion aufzubauen, das man dann bei Bedarf variabel ausbauen könnte. Die Grotenburg könne man dann ja abreißen und dort Wohnungen bauen oder den Zoo erweitern: "Das könnte eine Win-Win-Situation sein".

Die Verwaltung konterte mit dem Hinweis, dass der Bau eines mobilen Stadions für drei Spiele der Fortuna Düsseldorf und ein bisschen Jugendtraining die Landeshauptstadt drei Millionen Euro gekostet habe.

Kämmerer Ulrich Cyprian versprach, dass die Verwaltung bis zum 12. April den gewünschten Detail-Plan vorlegen werden. Zunächst wird dann nur über die Freigabe von Planungsmitteln entschieden.

Über eine Beteiligung des KFC zu reden, ist für die Mehrheit noch Zukunftsmusik.

Letztlich ist heute eine richtungsweisende Vorentscheidung für die Grotenburg-Sanierung gefallen. Nun darf man auf den genaueren Plan gespannt sein.