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Krefelds rasante Studenten

Krefelds rasante Studenten
Der technische Leiter Roman Pfeil (l.), Teamleiter Marco Menz und der künftige Teamleiter Florian Büchner (r.) am selbstgebauten Boliden. Die aufgedruckte Abkürzung „UAS“ steht für University of Applied Sciences: Hochschule (Niederrhein). FOTO: Popp-Sewing
Krefeld (jps). Krefelder Studenten wollen Ende August mit zwei selbstgebauten Rennwagen vor tausenden Zuschauern in Varano de Melegari (Italien) an den Start gehen. Mit Glück könnte danach sogar ein Rennen bei Moskau folgen. Trainiert wird auf einer Start- und Landebahn. Von Jan Popp-Sewing

Mit bis zu 125 Sachen können die Eigenbau-Boliden über die Rennpisten Europas fegen. Am Steuer: ein Student. In der Boxengasse: Noch mehr Studenten. In der Formula Student messen sich angehende Akademiker aus verschiedensten Ländern.

Am Krefelder Rennwagen haben gut 50 Studenten diverser Studiengänge der Hochschule Niederrhein mitgearbeitet. Darunter vor allem künftige Ingenieure unterschiedlicher Fachrichtungen, aber auch Designer. „Gut 90 Prozent sind selbstgebaut“, sagt Teamleiter Marco Menz. Lediglich Teile wie Motor und Bremsen kauften die Studierenden hinzu. Parallel zum Boliden mit Verbrennungsmotor, der gerade auf dem Hockenheimring seine Premiere erlebte, schrauben die Rennsport-Begeisterten noch an einem Elektro-Flitzer. Er soll in Italien erstmals im Wettkampf starten. Für beide Fahrzeuge hat die Teamleitung jeweils fünf Fahrer gemeldet.

Teamleistung im Vordergrund

Bei der Formula Student ist Fahrgeschick übrigens weit weniger entscheidend als in der Formel 1. Im Vordergrund steht Ausdauer, Effizienz und preis/Leistungsverhältnis der Eigenkreationen - also die Teamleistung der jungen Autobauer.

Höhepunkt ist ein Ausdauerrennen über 20 bis 25 Kilometer, bei dem eine bestimmte Zeit nicht unterschritten werden darf. Dann gibt es wertvolle Wertungspunkte. „Unser Ziel ist, in Italien im Mittelfeld zu landen“, sagt Marco Menz zuversichtlich. Auf dem Hockenheimring holten die Krefelder zuletzt Platz 55 von 75. Nicht verwunderlich, da sie wegen eines verbogen-en Querlenkers nicht am Ausdauerrennen teilnehmen konnten und gegen Teams mit vielen Jahren Erfahrung antraten.

Getestet werden die rasanten Eigenbauten übrigens auf der Start und Landebahn des Flughafens Mönchengladbach - das geht, weil der dortige Flugbetrieb nach 20 Uhr ruht.

(StadtSpiegel)