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83,5 Millionen Euro nötig
Kostenexplosion beim Stadthaus: CDU kritisiert Denkmalschützer

83,5 Millionen Euro nötig: Kostenexplosion beim Stadthaus: CDU kritisiert Denkmalschützer
FOTO: Wikipedia / Der Unfassbare / CC-BY-SA 3.0
Krefeld. Die vom Stadtrat beschlossene Sanierung des denkmalgeschützten Stadthauses verteuert sich um voraussichtlich 12 Millionen Euro auf 83,5 Millionen. Ein Investor ist weiter nicht in Sicht.   Von Jan Popp-Sewing

Die Verwaltung erklärt die Kostensteigerung durch steigende Preise im Baugewerbe und Verzögerungen, die durch Verhandlungen mit der Oberen Denkmalbehörde entstanden sind.

Die CDU behält sich angesichts der neuen Zahlen vor, die lange beschlossene Stadthaus-Sanierung neu zu bewerten. Gelinge es nicht, schnell einen Investor zu finden, sei ein "Plan B" nötig.

Die CDU-Fraktion finde es zudem unerklärlich, dass die Obere Denkmalbehörde die Sanierung des Gebäudes "durch eine exzessive Auslegung des Denkmalschutzgedankens gefährdet". Die Stadt streitet mit den Denkmalschützern z.B. über die denkmalgerechten Fenster.

Wie man hört, arbeiten die Parteien hinter verschlossenen Türen intensiv an einer Lösung. Umgehen ließen sich die Einsprüche der Denkmalschützer nur durch einen Ministerentscheid aus Düsseldorf. 

Der Stadtrat hatte im Dezember 2016 mehrheitlich beschlossen, das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz im Wege einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) zu sanieren. Man ging damals von Sanierungskosten für den Investor von rund 70 Millionen Euro aus.

Im Gegenzug will die Stadt das Gebäude zurückmieten.

Rund drei Millionen Euro sicherte das Land NRW an Fördermitteln zu.

Der Entwurf für das Gebäude stammt von dem prominenten Architekten Egon Eiermann - daher steht es nun auch unter Denkmalschutz. 

Der Beginn der Sanierung war nach einer Planungsphase unter optimalen Bedingungen für 2019 geplant.