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Königsburg: Parken statt Party

Die Partygäste ließen es noch einmal krachen
Die Partygäste ließen es noch einmal krachen FOTO: Samla
Die Krefelder Königsburg soll abgerissen werden. Dies bestätigte die Eigentümergemeinschaft auf Nachfrage des Stadt Spiegel. Der Antrag bei der Stadt ist bereits gestellt. Auf der 1531 Quadratmeter großen Fläche soll eine Parkfläche für 61 Pkw entstehen.
 
Von Jörg Zellen

Das Ende der Ära Königsburg ist nun wohl endgültig gekommen: Die deutschlandweit bekannte Großraumdiskothek an der Königstraße 8 steht nach exklusiven Informationen des Stadt Spiegel nun doch vor dem Abriss. Ein entsprechender Abbruchantrag wurde am 18. Dezember 2017 bei der Verwaltung gestellt, wie uns ein Stadtsprecher bestätigte. Bereits vier Tage zuvor flatterte dort ein Bauantrag für 61 oberirdische Pkw-Stellplätze in den Briefkasten.

"Es stimmt. Wir werden, sobald die Anträge bearbeitet sind, die Königsburg abreißen", erklärte Volko Herdick gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Herdicks Mutter ist mit 36,75 Prozent an der Königskind GmbH, der die Immobilie gehört, beteiligt.

Das Ende der Großraumdiskothek kommt nicht überraschend. Immer wieder kursierten Gerüchte um den Fortbestand. "Der Parkplatz-Bau könnte auch eine Zwischenlösung sein", erläutert Volko Herdick. Zuletzt war man bemüht, Investoren zu finden, die die Silhouette des traditionsreichen Party-Tempels aufrecht erhalten. Daraus wurde jedoch nichts.

Im Jahr 1892 wurde die Königsburg als Versammlungsstätte der Krefelder erbaut, im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1950. Bis zu den 70er Jahren nutzten die Krefelder die Königsburg weiter für Versammlungen, u.a. als Raum für karnevalistische Feste und Sitzungen der Innungen.

1972 wurde dort eine Art Fitnessstudio mit Pool eingerichtet. Im Dezember 1987 eröffnete Giovanni D'Ettore schließlich die neue Königsburg. 2004/2005 ließ die heutige Eigentümergemeinschaft die Großraumdiskothek für 1,3 Millionen Euro komplett überholen und umgestalten.

Generationen von jungen Erwachsenen sammelten in "der Burg" ihre ersten Party-Erfahrungen. Berühmte Künstler wie Grace Jones, Boney M., Gloria Gaynor, Hildegard Knef oder die Village People traten in der Königsburg auf, die Location wurde in den 90er Jahren zum Mekka der Clubszene.