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Professorin berät Krefelder Einrichtung
Kastanienhof bietet Pflegefamilien eine enge Betreuung

Professorin berät Krefelder Einrichtung: Kastanienhof bietet Pflegefamilien eine enge Betreuung
FOTO: jps
Krefeld. Die bekannte Diplom Psychologin Frau Professor Dr. med. Misek-Schneider steht den Pflegefamilien des Kastanienhofes beratend zur Seite Von Jan Popp-Sewing

Wie reagiert man, wenn ein Kleinkind große Angst zeigt? Wie, wenn es sich auffallend zurückzieht? Was kann dahinterstecken? Pflegeeltern, die bereit sind, ein Kind auf Zeit oder auf Dauer aufzunehmen, stehen vor einer großen Herausforderung – und oft wirft die Aufnahme eines Kindes auch viele Fragen auf.

20 Mütter und Väter, die auf Vermittlung des Krefelder Kastanienhofs Pflegekinder auf Zeit betreuen, hatten in dieser Woche die Möglichkeit, mit Professor Dr. Karla Misek- Schneider über ihre Fragen zu reden.

Der Kastanienhof betreut die Pflegeeltern neben Spielgruppen, Gesprächsgruppen, gemeinsamen Frühstücken und Festivitäten durch den eigenen Fachdienst auch vier bis fünf Mal im Jahr durch externe Experten. Die Professorin unterstrich die enorme Bedeutung einer liebevollen Aufnahme der Pflegekinder, die oft aus einem völlig zerrütteten Elternhaus kommen – Selbst, wenn es wie in der Bereitschaftspflege üblich "nur" einige Tage oder Wochen sind: "Bereits ein kurzer Zeitraum wirkt stark positiv nach und stärkt die Widerstandskraft der Kinder".

Die Eltern müssten nicht an sich zweifeln, weil sie in der Regel keine ausgebildeten Erzieher sind und die Kinder nach ein paar Wochen sie bereits wieder verließen: In jedem Menschen stecke "intuitives Elternverhalten", das durch Signale der Kinder aktiviert werde. Pflegeeltern, die sich auf diese innere Stimme verließen und ihren Schützlingen mit Empathie begegneten, bräuchten kein Erzieher-Ausbildung und kein Psychologie-Studium, um ihre Aufgabe zum Besten der Kleinen zu meistern. Pflegekinder würden sich häufig noch als Erwachsene an solche positiv erlebten Zeiten dankbar erinnern.