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Neue Ausstellung im KWM
Highlights aus der Heimat

Kaiser-Wilhelm-Museum
Körperwelten: Kuratorin Dr. Silvia Martin (r.) präsentiert im Saal der 90er-Jahre-Kunst unterschiedliche Arten der Erfahrung mit sich selbst. Diese Figur mit Kugelbauch und extrem eingezogenem Kopf erweckt einen eher kuriosen Eindruck. Dr. Magdalena Broska (l.) gehört zu den ersten Besuchern der Ausstellung. Als Vertreterin der Adolf-Luther-Stiftung hat sie die Schau mit zwei Leihgaben aus dem Werk des Krefelder Vorzeigekünstlers bereichert FOTO: Müller
Krefeld . "Bei uns ist es schön kühl", lockt Dr. Sylvia Martin ins Kaiser-Wilhelm-Museum. Schließlich soll es zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag wieder 30 Grad heiß werden. Von Ernst Müller


Die stellvertretende Museumsleiterin präsentiert in ihrer neuen Ausstellung Highlights aus dem Magazin. Einen Schwerpunkt bilden dabei Maler des Rheinlands.


Da trifft es sich hervorragend, dass Dr. Ina Ewers-Schultz am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Reihe "Wissen tanken" einen Vortrag über den Rheinischen Expressionismus hält. "Wir öffnen die Ausstellung bereits um 18 Uhr", kündigt Dr. Martin an. Bis 21 Uhr hat das Publikum dann Gelegenheit, die Ausstellung als Erste zu besichtigen. Rheinische Expressionisten wie Heinrich Campendonk und Helmut Macke bilden gleich Anschauungsmaterial zum Vortrag.


Dass manche der Gemälde einen neuen Rahmen erhalten haben, ist Sebastian Köhler zu verdanken. Mit stilsicherem Geschmack hat der Restaurator des Hauses dem Bild "Judengasse" von Max Liebermann einen neuen, goldenen Rahmen verpasst. "Man gewinnt den Eindruck, das ganze Bild wäre goldener geworden", lacht ein Betrachter. Zu bearbeiten waren auch Bilder aus dem Nachlass des Krefelder Schriftstellers Otto Brües. "Man sah den Bildern an, dass Brües Zigarrenraucher war", sagt Köhler. Mit einer feuchten Oberflächenreinigung beseitigte der Restaurator vorsichtig die Folgeerscheinungen.


Kuratorin Dr. Martin hat die Ausstellung so eingerichtet, dass sie zeitlich vom späten 19. Jahrhundert bis in unsere 90er Jahre reicht. Wichtige Rheinländer wie Campendonk und Macke dürfen sich in eigenen Sälen ausbreiten. Ebenso erhält die Nachkriegsgruppe "Zero", zu der Düsseldorfer Berühmtheiten wie Günther Uecker und Otto Piene gehören, breiten Raum.


 Untergebracht hat Dr. Martin auch eines der spektakulären unscharfen Pseudo-Fotografien, die in Wahrheit Gemälde sind, von Maler-Superstar Gerhard Richter; der derzeit teuerste deutsche Künstler.


Die Ausstellung "Highlights aus der Sammlung" ist vom 13. Juli bis 2. September zu sehen. Vorbesichtigung zum Vortrag am 12. Juli ab 18 Uhr (ermäßigter Eintritt von 3 Euro).