| 13.57 Uhr

Fairkehr hat Eltern im Fokus

Fairkehr hat Eltern im Fokus
Die Mitglieder des Arbeitskreises Fairkehr (von links) präsentierten die neuesten Zahlen: Polizeisprecherin Karin Kretzer, Holger Klein (Leiter Direktion Verkehr), Monika Selke (Leiterin Fachbereich Tiefbau), Rainer Behrens (Verkehrswacht Krefeld) und Fairkehr-Geschäftsführer Michael Hülsmann. FOTO: Samla
Krefeld. Die Zahl der Kinderunfälle in Krefeld ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Die Initiative Fairkehr registrierte 78 Unfälle: 93 Kinder kamen dabei zu Schaden, ein Mädchen verstarb. Auffällig ist der Anstieg bei den so genannten "Mitfahrerunfällen".
 
Von Jörg Zellen

8485 Mal "krachte" es im vergangenen Jahr auf Krefelds Straßen. Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg 2017 weiter an, die der Verletzten sank indes auf einen historischen Tiefstwert.

Und dennoch, dies zeigt die Bilanz der Initiative Fairkehr, waren mehr Kinder als in den Vorjahren an Unfällen im Stadtgebiet beteiligt.

17 von ihnen erlitten schwere, 77 leichte Verletzungen, ein Mädchen starb im Dezember nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw an der Ecke Gladbacherstraße/Seyffardtstraße.

Mit diesen 95 Unfallteilnehmern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren bewegt sich Krefeld landesweit lediglich im unteren Drittel, schätzt Holger Klein, Leiter der Direktion Verkehr.

35 Kinder verunfallten mit dem Rad, 26 als Fußgänger. Auffällig ist, dass immer mehr Kinder als Beifahrer im Auto der Eltern in Unfälle verwickelt werden. Die Zahl stieg von 22 in 2016 auf 35 Fälle in 2017.

 "Wir empfehlen grundsätzlich, dass Grundschulkinder den Schulweg zu Fuß bestreiten sollten", sagt Reiner Behrens von der Krefelder Verkehrswacht.

Dies befürwortet auch Holger Klein: "Die Kinder sollen später selbstbewusst und mündig am Verkehrsgeschehen teilnehmen können." Und sollte die Schule weiter entfernt sein, so raten die Experten dazu, eine der so genannten "Eltern-Haltestellen" anzufahren. Die Mitglieder des Arbeitskreises Verkehrssicherheit für Kinder in Krefeld werden angesichts der steigende Zahl der "Mitfahrerunfälle" verstärkt das Gespräch mit den Eltern suchen.

Die häufigste "aktive" Ursache für Kinderunfälle in Krefeld ist übrigens die Benutzung der falschen Fahrbahnseite, gefolgt vom plötzlichen Hervortreten hinter einem Sichthindernis sowie die Nichtbeachtung des Fahrzeugverkehrs sowie Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr.
Die Initiative Fairkehr existiert seit 18 Jahren. Seit ihrem Bestehen sank die Zahl der Kinderunfälle rapide