| 14.43 Uhr

Funde entzücken Archäologen
Eisenzeitliches Gräberfeld entdeckt

Eisenzeitliches Gräberfeld entdeckt
Eisenzeitliches Gräberfeld entdeckt FOTO: jps
Krefeld. In Krefeld-Gellep hat eine der größten archäologischen Grabungen des Landes NRW begonnen. Erste Funde erstaunen die Forscher. Zunächst wurde die Grabung geheim gehalten, denn das 3,4 Hektar große Areal mit seinen eisenzeitlichen Gräbern zieht Raubgräber magisch an.


Die Frühgeschichte Krefelds kann um ein bislang unbekanntes Kapitel ergänzt werden. Bereits Jahrhunderte, bevor die Römer ein Kastell mit Hafen errichteten, gab es hier ein Dorf und einen eisenzeitlichen Friedhof.
Von Jan Popp-Sewing

Bei der routinemäßigen Grabung im Vorfeld des Baus einer Mühle im Hafen stießen Archäologen vor zwei Monaten auf ein Feld von einstigen Grabhügeln und Urnengräbern aus der Zeit zwischen 800 und 450 vor Christus: Eine echte Überraschung - bislang ist Gellep nur für sein großes Gräberfeld aus römisch-fränkischer Zeit bekannt.

Der Mühlen-Bauherr, die Firma "GoodMills", stellte daraufhin rund 500.000 Euro für die Ausgrabung einer Fläche von der Größe von etwa fünf Fußballfeldern zur Verfügung. Zehn Archäologen, sind jetzt hier an der Arbeit, unterstützt von einem kundigen Baggerfahrer. Bis zum 31. Dezember muss die Arbeit getan sein.

Spuren der Bataverschlacht

Das Areal ist für die Forscher hochspannend: Neben den eisenzeitlichen Urnen mit Knochenresten stoßen sie auf Spuren der im Kastell Gelduba stationierten römischen Truppen und der angrenzenden zivilen Siedlung - etwa die Grundmauern einer römischen Räucherkammer.

Pferdeskelette künden von Kavallerie-Attacken des Stamms der Bataver im Jahr 69 nach Christus auf das Kastell. 20.000 Kämpfer trafen damals hier aufeinander.

Zwei Monate lang wurde der Fund geheim gehalten aus Angst, Raubgräber könnten versuchen, das ausgedehnte Areal auszuplündern. Die Kriminellen, ausgerüstet mit Metallsuchgeräten, tauchten auch auf und versuchten ihr Glück.

Doch mit Hilfe von örtlichen Sondengängern waren die Archäologen die Fläche bereits abgegangen. Sehr zum Ärger der privaten Schatzjäger gab es nichts mehr zu holen. Die Urnen wurden im Block ausgegraben und zur weiteren Untersuchung ins Archäologische Museum nach Linn gebracht.

Am 23./24. September soll es auf dem Gelände ein Grabungsfest geben, bei dem die Ergebnisse vorgestellt werden.