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Fichte verschmilzt mit Arndt
Ein Gymnasium für Krefelds Innenstadt - Start im August

Fichte verschmilzt mit Arndt: Ein Gymnasium für Krefelds Innenstadt - Start im August
(v.l.) Arndt-Schulleiter Hans-Jörg Richter, Fichte-Erprobungsstufen-Koordinatorin Ulla Waldschmidt und die Eltern-Vertreterinnen Sabine Fruhen (Arndt) und Sandra Fuertes-Romero (Fichte). Auf dem Sofa: Die Schülervertreter Lukas Flintz (Arndt) und Berat Kancantar (Fichte) FOTO: jps
Krefeld. Krefelds Schullandschaft verändert sich im Eiltempo: Aus den traditionsreichen Gymnasien Fichte und Arndt soll bereits im August ein 900 Schüler starkes Innenstadt-Gymnasium mit zwei Standorten werden. Von Jan Popp-Sewing

Das "Fichte", das angesichts zu niedriger Anmeldezahlen vor dem sicheren Aus stand, wird dabei im Arndt-Gymnasium aufgehen. Herauskommen soll aber kein "Riesen-Arndt-Gymnasium", sondern eine neue Schule, die die "Schätze" beider Traditionsgymnasien bewahrt.

Es wird eine Schule mit den Gebäuden von Fichte und Arndt als zwei getrennten Standorten werden, ca. 800 Meter voneinander entfernt. Die Lehrer erhalten zur Überbrückung der Distanz Dienstfahrräder. 

Im Gebäude des Arndt-Gymnasiums an der Dionysiusstraße sollen ab Ende August die Klassen fünf bis acht unterrichtet werden.

Die älteren Schüler wechseln dann ab Klasse 9 ins Gebäude des bisherigen Fichte-Gymnasiums an der Lindenstraße. Leiten wird die neue Schule mit 900 Schülern der neue Arndt-Schulleiter Hans-Jörg Richter. Der bisherige Fichte-Leiter wird versetzt.

Die Schulen haben gemeinsame Arbeitskreise gebildet, um das zügige Zusammengehen zu koordinieren. Auch Elternpflegschaften und Schüler beider Gymnasien lernten sich bei Veranstaltungen kennen. Eltern und Schüler sollen bei den Veränderungen mit ins Boot geholt werden.

80 Prozent der Fichte-Lehrer werden auch an der neuen Schule unterrichten, einige haben aus persönlichen Gründen Versetzungsanträge gestellt oder gehen in den Ruhestand.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Arndt und Fichte ist die tägliche Nachmittagsbetreuung für die jüngeren Schüler. Am Fichte gibt es sie, am Arndt in dieser Form nicht.

In der neuen Schule soll es daher montags bis donnerstags bis 16 Uhr ein (freiwilliges) Betreuungsangebot für Schüler der Klassen 5,6 und 7 geben. Freitags können nach dem Unterricht Chor-, Orchester- oder Theatergruppe besucht werden.     

Zurzeit wird das Schulprogramm des neuen Gymnasiums ausgearbeitet. Es kristallisiert sich heraus, dass die neue Schule einen Schwerpunkt auf das soziale Lernen legen soll, auf die Stärkung auch von Schülern mit schlechten Startbedingungen. Auch Inklusion und Integration sollen tragende Rollen spielen.

Der Name der neuen Schule soll Programm sein, aber auch an Traditionen anknüpfen. Ihn zu finden dürfte noch länger dauern. Kommt es zu keiner Einigung, bleibt es vorerst beim Namen "Arndt-Gymnasium" für das Gymnasium mit seinen zwei Standorten.

Nun sind die Eltern am Zug. Schulleiter Richter hofft auf rund 100 Anmeldungen für die neue Arndt+Fichte-Schule. Dann könnten ab Ende August vier fünfte Klassen starten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die frisch gebackenen Gymnasiasten ihr Abitur erst nach neun Jahren ablegen. Die für jetzige Schüler noch geltende rasante Lernzeit des "Turbo-Abiturs" in acht Jahren dürfte dann vorbei sein.