| 16.44 Uhr

Grabplünderer
Dreister Kreuz-Klau auf dem Hauptfriedhof

Krefeld. Schock für eine Krefelder Familie: Das Bronzekreuz, das seit 1991 über dem Grab der Großeltern wacht, wurde gestohlen. Kein Einzelfall: Metalldiebstähle auf Krefelder Friedhöfen haben sich fast vervierfacht. Von Jan Popp-Sewing

Für 8200 D-Mark gab eine Familie 1991 ein Bronzekreuz in Auftrag. Ein würdiges Zeichen des Gedenkens an verstorbene Urgroßeltern und Großeltern auf dem Krefelder Hauptfriedhof. Vergangene Woche ist das massive Kreuz verschwunden. Offenbar haben es Metalldiebe abmontiert und unbemerkt weggeschleppt.

Die Familie hat Anzeige erstattet. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den grassierenden Metall-Klau auf Krefelds Friedhöfen: registrierte die Polizei für 2015 insgesamt zehn Diebstähle auf Krefelder Friedhöfen (die meisten im Juli), waren es im vergangenen Jahr mit 38 fast vier Mal so viele. Zeitlich lagen die Schwerpunkte laut Polizie im Juni / Juli und Dezember / Januar. Für die Polizei sind die Ermittlungen schwierig, Zeugen gibt es meist nicht, und das durchgehende Bewachen der ausgedehnten Friedhöfe ist unrealistisch.

Die betroffene Familie hat nun den Oberbürgermeister angeschrieben und gefordert, den Hauptfriedhof nach Einbruch der Dunkelheit wieder abzuschließen, um solchen "Grabplünderungen" einen Riegel vorzuschieben und "den Friedhof als Kulturgut zu erhalten".