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Arno Schönfeld-Simon geht in den Ruhestand
Der Mann für Krefelds Wälder

Arno Schönfeld-Simon geht in den Ruhestand: Der Mann für Krefelds Wälder
FOTO: jps
Krefeld. Krefelds Stadtförster Arno Schönfeld-Simon geht in den Ruhestand. Seine Bilanz: Krefelds Wälder wachsen - doch die Baumkrankheiten sind auf dem Vormarsch. Von Jan Popp-Sewing



Im Wald ticken die Uhren anders. Was jetzt aufgeforstet wird, kann später die Urenkel-Generation schlagen. Und die Folgen der massiven Einschläge aus der Zeit um 1945/46 waren bis in unsere Tage spürbar.

Langfristiges Planen, das war eine der Aufgaben von Krefelds Stadtförster Arno Schönfeld-Simon, der nun in den Ruhestand geht. Die Bilanz des gebürtigen Brandenburgers, als Chef von 15 Mitarbeitern und zwei Rückepferden, kann sich sehen lassen: Krefeld ist grüner geworden.

Um etwa zehn Prozent sei der Waldbestand der Seidenstadt seit 2005 gewachsen, auf nun etwa 1300 Hektar, schätzt der studierte Forstwissenschaftler.

Weitere 114 Hektar sind im Flächennutzungsplan vorgesehen, etwa als Ausgleichsflächen für künftige Baugebiete (auf einem Hektar ist z.B. Platz für 4400 Eichen). Speziell der Biotop-Verbund im Krefelder Süden im Zuge der "EUROGA 2002 plus" habe viel gebracht. Und Waldstreifen und Gehölze seien ja auch Rückzugsort für Vögel und Insekten.

Mit Landwirten ins Gespräch zu kommen, fiel ihm oft leicht: Er stammt aus einer Familie von Förstern und Landwirten und verbrachte seine Jugend im Bergischen Land weitgehend "zwischen Wald, Wiese, Bach und Teich".

Doch auch eine Stelle, die häufige Präsenz in Wald und Feld erfordert, hat ihre Schattenseiten. Schönfeld-Simon musste die kaum aufzuhaltende Ausbreitung von Pilzerkrankungen im Baumbestand erleben und darauf reagieren. "Wir werden 90 Prozent der Eschen und ebensoviele Roteichen verlieren". Auch Stileichen und Bergahorne sind gefährdet.

Beim Kontrollgang durch Krefelds Wälder streifte der Blick des Försters immer durch die Baumkronen, ob schon Anzeichen für eine Erkrankung vorliegen. Die Stürme haben die Wälder hingegen vergleichsweise gut überstanden.

Doch was nützt eine positive Bilanz, wenn selbst einfachstes Wissen um die Natur verloren geht? "Gruselig" sei der Kenntnisstand vieler Schüler, wenn es um den Wald gehe, bedauert der Förster. Er hielt dagegen, etwa mit Kindergarten-Rundgängen.

Seinen Ruhestand will der Nettetaler (dreifacher Vater) dann zwischen dem Niederrhein und Brandenburg verbringen, wo die Familie von der DDR eingezogene Flächen zurückerstattet bekommen hat.