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Kita-Stück soll über Spenden finanziert werden
Crowdfunding fürs Hinterhoftheater

Kita-Stück soll über Spenden finanziert werden: Crowdfunding fürs Hinterhoftheater
Blick aus dem Fenster: Anuschka und Peter Gutowski begleiten in ihrem Kleinkunsttheater an der alten Brotfabrik hinter dem Hauptbahnhof kritisch und engagiert das gesellschaftliche Geschehen.Foto: Müller FOTO: Müller
Krefeld . Das private Theater "hintenlinks" startet mit ungewöhnlichem Programm in eine aufregende Spielzeit.

Als Manfred Krug seine TV-Karriere beendet hatte, schrieb der legendäre "Tatort"-Kommissar 2003 seine Memoiren. Sie heißen "Mein schönes Leben" und beleuchten auch die weniger schönen Seiten: die schlimmen Kriegs- und Nachkriegsjahre des gebürtigen Duisburgers.


Peter Gutowski, Leiter des Kleinkunsttheaters "hintenlinks", hat zu dem Thema eine szenische Lesung inszeniert. In der Rolle des Memoirenschreibers Krug ist ein anderer bekannter Schauspieler zu erleben: Michael Grosse, Generalintendant des Stadttheaters.
"Die Memoiren geben ein eindringliches Bild der Kriegs- und Nachkriegszeit", ließ sich Gutowski zu seinem Projekt inspirieren. Der Akkordeonist Ruslan Maximovski sorgt für die stimmige musikalische Untermalung.


Auch mit einem zweiten Projekt betritt das "Theater hintenlinks" Neuland: Per "Crowdfunding" sollen die Aufführungen des Kinderstücks "Der singende Postbote" in den hiesigen Kitas finanziert werden. Gutowski musste nämlich feststellen, dass sich viele Kindergärten für einen Besuch der Theatermacher zwar sehr interessieren, die Aufführung aber nicht bezahlen können. "Wir bitten deshalb um Spenden", wendet sich Gutowski an die Öffentlichkeit. 2000 Euro müssen bis zum 13. Dezember zusammenkommen, um den Kita-Kindern das Theatererlebnis mit Gesang und Tanz zu ermöglichen. Die Crowd-Aktion startet am 15. September auf der Webside: "www.startnext.com/der-singende-Postbote"


Gar nicht für kleine Kinder, sondern für Jugendliche ab dem 9. Schuljahr und Erwachsene ist die Inszenierung des berühmten Märchens "Der kleine Prinz" gedacht. "Wir verstehen den kleinen Prinz als die kindliche Seite unseres Ichs", erläutert Gutowski seine psychologische Deutung. Diese Seite meldet sich in einer existenziellen Krisensituation zu Wort. Einmal eine ganz andere Sichtweise auf die beliebte Kult-Figur.


Eine Weihnachts-Satire unter dem Titel "Hilde, der Baum brennt"rundet den Spielplan des zweiten Halbjahres 2017 ab. Überdies wird das Stück "Budenzauber" über prekäre Sozialverhältnisse wieder aufgenommen und zu Silvester gibt es wieder eine bunte Show.
Das ganze Programm des "Hinterhoftheaters" findet sich im Spielzeitheft sowie im Internet unter
www.theaterhintenlinks.de