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KWM 2018: Zwei spektakuläre Ausstellungen
Besucher greifen in Schau ein

KWM 2018: Zwei spektakuläre Ausstellungen: Besucher greifen in Schau ein
Warten 2018 mit spektakulären Ausstellungen auf: KWM-Direktorin Katia Baudin (l.) und ihre Kuratoren Dr. Sylvia Martin (Mitte) und Dr. Magdalena Holzhey (r.). FOTO: Müller
Krefeld . Das Kaiser-Wilhelm-Museum plant für 2018 zwei spektakuläre Ausstellungen. Die erste sogar zum Mitmachen. Von Ernst Müller

 

Die erste "Künstlerkleid"- Ausstellung Deutschlands fand in Krefeld statt. Das war im Jahre 1900. Im kommenden Jahr greifen Dr. Magdalena Holzhey und Ina Ewers-Schultz das Thema erneut auf. Es geht dabei um weitaus mehr als Textil und Kunst. Es geht um die Befreiung der Frau.


Als eine Befreiung von den herkömmlichen Ausstellungsformen könnte man die Mitmach-Kunst des Dänen Christian Falsnaes empfinden. Der "Performancer" bindet in seine wilden Aktionen die Museumsbesucher aktiv ein. Im KWM gestaltet er seine erste Einzelausstellung.


Nach Krefeld geholt hat den charismatischen Künstler die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Sylvia Martin: "Mit der Ausstellung führen wir die Tradition partizipatorischer Kunst fort". Denn schon Joseph Beuys, der im KWM eine Heimstätte genießt, bezog das Publikum in seine Aktionen ein.


Christian Falsnaes treibt es dabei ziemlich bunt: "Er fordert die Besucher auf, ihm die Kleider vom Leib zu schneiden oder vergibt an die Besucher kleine Aufträge per ausgestelltem Telefon", berichtet Dr. Martin von Falsnaes´ bisherigen Events. Für Krefeld hat Falsnaes eigens zwei neue Aktionen konzipiert. Dr. Martin stellt ihm dafür das zweite Obergeschoss des KWM zur Verfügung. Die Krefelder dürfen gespannt sein.


Die Aktivausstellung unter dem Titel "Force" beginnt am 23. März und dauert bis zum 24. Juni 2018.


Hinter dem Begriff "Künstlerkleid", Thema der zweiten großen Jahresausstellung 2018, verbirgt sich die Veränderung der Rolle der Frau am Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dahin nämlich gebot die Mode, Frauen in Korsetts und eng geschnürte Kleidermonster zu pressen. Die Reformbewegung der Jahrhundertwende gestand den Frauen ein selbstbewussteres Körpergefühl zu. Die daraus entstehende Kleidermode sollte nicht nur praktisch, sondern auch ästhetisch ansprechend werden. Somit nahmen sich Künstler dem Thema Frauenkleider an.

"Wir zeigen viele internationale Leihgaben", kündigt Kuratorin Dr. Magdalena Holzhey an. Auch die Netzwerke der damaligen Modekunst werden aufgezeigt, die sich von Krefeld über Glasgow und Paris hinzogen. "Die Ausstellung wird sicherlich ein Publikumshit", prophezeit Museumsdirektorin Katia Baudin voller Vorfreude.


Die Schau um Mode und Jugendstil beginnt am 12. Oktober 2018 und dauert bis 24. Februar 2019.